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Versuch über ungeschriebene Bücher

Hinter jedem Buchtitel steckt eine Möglichkeit. Und auf jede druckgewordene Realität kommen unzählige Bücher, die entweder niemals das Licht der Welt erblickt oder vor ihrem Auftritt in der Öffentlichkeit noch ein neues Titelkleid bekommen haben. Nicht immer zur Freude des Autors, manches Mal zugunsten der Publikumswirksamkeit. Anette Pehnt, Friedemann Holder und Michael Staiger haben 71 Autoren der Gegenwart zu ihren ungeschriebenen, umgetitelten Büchern befragt. Als ob es nicht schon genug geschriebene Bücher gäbe, erblickt nun auch noch eine Sammlung von Büchern das Licht, die nie geschrieben wurden. Flüchtige Ideen, Sätze, die einen ungeheuer griffigen Titel abgeben, zu dem allerdings noch die Geschichte fehlt, Gedanken, die sich über Jahre hinweg immer wieder leise zu Wort melden. Das sind die Stoffe, aus denen ungeschriebene Bücher bestehen. Der Titel als wichtiger Bedeutungsrahmen, als Gedankenstütze und als Kaufanreiz macht einen wesentlichen Teil eines eines Buches aus. Auch wenn er, auf das Gesamtwerk bezogen, höchstens ein Kleinstpartikel einer Geschichte ist, kann er von großer Bedeutung für einen Autoren sein. Ja, für manchen steht er sogar fest, bevor die dazugehörige Erzählung …