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9/11 in der Literatur

Dreizehn Jahre sind sie her – die Anschläge des 11.September 2001. Fraglos haben sie unsere Welt vollkommen verändert, über die Gefahren von Terrorismus machten sich vor 2001 die wenigsten tiefgreifende Gedanken. Ein Ereignis wie dieses beschäftigt natürlich auch Autoren, die auf verschiedene Weise versuchen, es zu begreifen und ihm gerecht zu werden. Manchmal geht es direkt um die Anschläge, manchmal werden sie auch nur als eine Art Stimmungsfolie oder Hintergrund für eine ganz andere Geschichte gebraucht. Mal stehen ausschließlich die Opfer und deren Verluste im Vordergrund, mal versucht man sich auch den Tätern anzunähern und ihr Tun entweder begreiflich zu machen oder eindeutig zu verdammen. Manch einer dreht die Ereignisse gleich gänzlich um und lässt christliche Fundamentalisten in Bagdad angreifen. Es gibt viele Ansätze, dieses Ereignis zwischen Buchdeckel zu bannen. In unser kollektives Gedächtnis ist es bereits unwiderruflich eingegraben. Nur einige der Romane und Berichte, die in den letzten dreizehn Jahren zum Thema 9/11 erschienen sind – Matt Ruff – Mirage; Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah; Amy Waldman – Der amerikanische …

Amy Waldman – Der amerikanische Architekt

Amy Waldman ist eine amerikanische Autorin und Journalistin. Sie arbeitete lange bei der New York Times, leitete dort das Südasien-Büro und war Korrespondentin für The Atlantic. Der amerikanische Architekt ist ihr Romandebüt, erschien im Verlag Schöffling & Co und wurde von Brigitte Walitzek ins Deutsche übersetzt. Amy Waldman arbeitet bereits an ihrem zweiten Roman. Ich habe selten einen so dichten, psychologisch raffinierten und durchdachten Roman gelesen. Man merkt Amy Waldman an, dass sie aus dem Journalismus kommt, ihre Charaktere sind realistisch, die Geschichte perspektivenreich. Wie ein Potpourri aus Eindrücken und Meinungen erscheint der Roman, verwebt  zu einer beeindruckenden Studie Amerikas und seiner Bewohner nach dem 11.September 2001. Ausgangssituation der Geschichte ist die Planung einer Gedenkstätte, die zu Ehren der Opfer des 11.Septembers gebaut werden soll. Man hat die Öffentlichkeit dazu aufgerufen, sich mit ihren Entwürfen anonym an der Ausschreibung zu beteiligen. Die New Yorker spüren, dass der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Aber es gab auch patriotische Erwägungen. Je länger das Gelände ungenutzt blieb, desto mehr wurde es zum Symbol der Niederlage, der Kapitulation, etwas, …