Alle Artikel mit dem Schlagwort: 30er jahre

Ernst Haffner – Blutsbrüder

Über Ernst Haffner ist nicht viel bekannt. Vermutlich war er als Journalist und Sozialpädagoge tätig und lebte zwischen 1925 und 1933 in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verliert sich seine Spur, Ende der 30er wird er gemeinsam mit seinem Lektor zur Reichsschrifttumkammer zitiert. Danach taucht der Name Ernst Haffner nirgendwo mehr auf. Sein Buch, erstmals 1932 unter dem Titel ‘Jugend auf der Landstraße Berlin’ veröffentlicht, geriet in Vergessenheit. Peter Graf, Verleger des Schweizer Verlages Walde+Graf, hat beschlossen, dass dieses Zeitzeugnis zu lange unentdeckt in Schubladen und auf Dachböden geschlummert hat und veröffentlichte es neu. ,Dennoch ist dieser Roman, wenn man ihn heute liest, ein sehr zeitgemäßes und zugleich menschliches Plädoyer, den Blick auf das Schicksal des Einzelnen zu werfen, statt sich jener allgemeinen Angst zu ergeben, die überall spürbar ist und beinahe zwangsläufig die Herzen verengt. Das macht seine Lektüre für mich so wichtig.’, schreibt Peter Graf im Vorwort zum Roman, der bei Metrolit erscheint. Anfang der 30er Jahre auf den Straßen Berlins – viele Jugendliche sind aus Fürsorgeheimen, in denen häufig katastrophale Bedingungen …

C.S. Forester – Tödliche Ohnmacht

Cecil Scott Forester (1899-1966, eigentlich Cecil Lewis Troughton Smith) war ein englischer Schriftsteller und Journalist. Er brach ein Medizinstudium ab, um sich dem Schreiben zu widmen und wurde durch seine Romane rund um den Seefahrer Horatio Hornblower und dessen Karriere zu Zeiten der Napoleonischen Kriege bekannt. Seit 1932 schrieb er auch hin und wieder Drehbücher für Hollywood. Tödliche Ohnmacht, 1935 verfasst, schlummerte jahrelang von der Öffentlichkeit unbemerkt im Dunkel, 2011 erschien er erstmals in England, bei uns nun im dtv Verlag in der Übersetzung von Britta Mümmler. Nicht selten in Kunst und Kultur sind Mütter und die jeweilig spezielle Beziehung zu ihnen steter Quell von eskalierender Gewalt und haarsträubenden Katastrophen. Man denke nur an Norman Bates und seine wahnhafte Besessenheit noch über den Tod seiner Mutter hinaus oder, ganz klassisch, an Ödipus und seine Vereinigung wider besseren Wissens. Ein bisschen so hält es auch C.S. Forester, wenngleich der springende Punkt hier auch nicht die Beziehung des Kindes zur Mutter, sondern der Mutter zum Kind ist. Die unsinnige Freude, die der Mensch in der Jagd findet, …