Alle Artikel mit dem Schlagwort: 1914

Jean Echenoz – 14

Jean Echenoz ist ein französischer Autor. Er studierte Soziologie und Bauwesen und wurde einem größeren Publikum mit seinem Roman ,Ich gehe jetzt‘ bekannt, für den er 1999 den Prix Goncourt erhielt. Er erzählt von einem Mann, der aus Lebensüberdruss entscheidet, seine Frau zu verlassen und, ganz dem klassischen Abenteuerroman gemäß, das Besondere zu suchen. ,14’ erscheint, zum Gedenkjahr 2014, in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel im Hanser Verlag. Viel wurde geschrieben über den Ersten Weltkrieg, gerade in diesem Jahr drängen viele Neuerscheinungen auf den Markt, die neue Perspektiven auf diese Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts eröffnen sollen. Vowiegend im Sachbuchbereich zwar, aber auch in der Belletristik lässt sich die ein oder andere Entdeckung machen, wie hier vorliegendes schmales Bändchen Erzählkunst eindrücklich unter Beweis stellt. Da das Wetter sich ganz ausgezeichnet dafür eignete und es Samstag war, ein Tag, an dem seine Tätigkeit ihm erlaubte, nicht arbeiten zu müssen, war Anthime nach dem Mittagessen zu einer Radtour aufgebrochen. Seine Pläne: die pralle Augustsonne genießen, sich ein wenig ertüchtigen und die Landluft tief einatmen, wahrscheinlich auch, im Gras liegend, …

Ernst Glaeser – Jahrgang 1902

Ernst Glaeser (1902-1963) war ein deutscher Autor. Er studierte Philosophie, Gemanistik und Literaturwissenschaft und war schon in jungen Jahren Redakteur der Frankfurter Zeitung sowie von 1928 bis 1930 Leiter der literarischen Abteilung des Südwestdeutschen Rundfunks. Diese Position dürfte Glaeser in nicht unwesentlichem Umfang dem Erfolg seines erstmals 1928 erschienenen Romans ,Jahrgang 1902′ zu verdanken haben, der ihn über Nacht bekannt und zum Sprecher einer ganzen Generation machte. Angesichts des Gedenkjahres 2014 entschloss sich der Wallstein Verlag, dieses Stück romanhafte Zeitgeschichte neu zu veröffentlichen. Im Folgenden berichte ich, was meine Freunde und ich vom Krieg gesehen haben. Es sind nur Episoden. (…) Meine Beobachtungen sind lückenhaft. Es wäre mir leicht gewesen, einen “Roman” zu schreiben. Ich habe mit diesem Buch nicht die Absicht zu “dichten”. Ich will die Wahrheit, selbst wenn sie fragmentarisch ist wie dieser Bericht. Mit diesen Worten unterbricht Ernst Glaeser den Fluss seines Romans und verdeutlicht, dass nicht das Stilisieren, sondern das Dokumentieren sein Anliegen als Schriftsteller ist. So will Glaeser sein Werk offensichtlich schon damals mehr als Zeitpanorama begriffen wissen denn als …