9 Suchergebnisse für: wir haben Raketen geangelt

Karen Köhler – Wir haben Raketen geangelt

Es war eine kleine literarische Tragödie, als bekannt wurde, dass Karen Köhler aufgrund einer Windpockenerkrankung nicht beim diesjährigen Bachmannpreis antreten wird. Sie galt als eine Favoritin – völlig zu recht. Denn unbestritten gehören ihre Kurzgeschichten zu den beeindruckendsten und gewandtesten, die man augenblicklich im deutschen Literaturbetrieb finden kann. In ihrem Debüt ,Wir haben Raketen geangelt‘ erzählt Karen Köhler von den Momenten, in denen das Leben auf der Kippe steht, in denen Glück nur mehr ein Wort zu sein scheint, aus dem alle Bedeutung gewichen ist. Sie erzählt von Krankheit, Tod, Enttäuschung und Einsamkeit. Das alles aber ohne, wie es oft in der Literatur üblich ist, schwerverdaulichen Pathos, ganz ohne Schwülstigkeit und Larmoyanz. Das ist so erfrischend wie es berührend ist. Denn manchmal, ja – da ist weniger mehr. Aus dem Radio kommt eine Treppe in den Himmel. Bill schläft unruhig, manchmal stöhnt er. Vor und hinter uns der Highway, einsam, dunkel, bisher noch keine Tankstelle, kein Diner oder Motel, nichts, wo man hätte anhalten, sich das Gesicht waschen und Bill etwas Eis besorgen können. Ein …

10 Erzählbände, die man lesen muss

Die Erzählung hat gegenüber dem Roman einige Vorteile. Sie bietet in komprimierter Form, wofür der Roman manchmal unsäglich viel Zeit braucht. Sie lässt sich auch schnell mal zwischendurch lesen, wenn man nicht die Ruhe für einen ausufernden Siebenhundertseiter hat. Sie ist zugespitzt und oft um ein einzelnes Erlebnis herum entwickelt. Sie ist dort, wo der Roman ein möglichst großes Bild präsentiert allenfalls ein wesentlicher Teil, auf den sie sich mit Liebe zum Detail kapriziert. Höchste Zeit also, einige wirklich lohnenswerte Erzählbände zu präsentieren. 1. Finn-Ole Heinrich: Gestern war auch schon ein Tag Erstmals 2009 erschienen, versammelt dieser Erzählband die Schattenseiten des menschlichen Miteinanders. Er schont weder Protagonisten noch Leser und scheut nicht vor unpopulären Gedanken zurück. Mit einer kraftvollen Sprache und einem poetischen Blick für die Kleinigkeiten strahlen diese Erzählungen noch über die Lektüre hinaus. Finn-Ole Heinrich: Gestern war auch schon ein Tag, btb Verlag, 160 Seiten, 8,99 € 2. Saïd Sayrafiezadeh: Kurze Berührungen mit dem Feind In einer durchschnittlichen amerikanischen Stadt begegnen viele junge Menschen ihrem Feind. In Gestalt eines missgünstigen Chefs, eines miesen …

Blogfragen von Stefan Mesch

© AnDi Kamera on Flickr Der Literaturkritiker und Blogger Stefan Mesch hat Fragen für Literaturblogger ausgeknobelt und sie zur freien Bedienung allen Interessenten zur Verfügung gestellt. Dabei geht es u.a. um eigene Ansprüche, literarische Prägung, Geheimtipps, Verlagskontakte und Literaturkritik. Das Lieblingsbuch meiner Mutter: Ob es einen All-Time-Favourite gibt, weiß ich nicht, aber zuletzt hat sie sehr begeistert “Das grüne Rollo” von Heinrich Steinfest gelesen. Sie kommt durch meine Tätigkeit wieder mehr zum Lesen, trotz chronischen Zeitmangels. Das Lieblingsbuch meines Vaters: Ich hatte nie Kontakt zu meinem Vater, aber man munkelt immer wieder, er hätte Brecht sehr geschätzt. (und tut es vielleicht noch immer) Ich führe einen typischen Buchblog, weil… ich nicht weiß, was ihn ungewöhnlicher machen würde. Nein, ohne Quatsch – ich weiß auch nicht, was ein typischer Buchblog ist. Einer, der halt nur Rezensionen veröffentlicht? Ich betrachte mich weder als besonders klassisch noch als bahnbrechend innovativ. Und wenn ich mich einordnen müsste, fehlten mir die Maßstäbe. Am Bloggen überrascht mich / beim Bloggen habe ich gelernt, dass…es einen Alltag und die Art, wie man …

Das war 2014

Die Highlights Jedes Jahr steht man als Vielleser wieder vor der Retrospektiv-Frage. Was war dieses Jahr besonders beeindruckend, bewegend, der Erinnerung wert? Bei über neunzig gelesenen Büchern ist die Frage nicht immer ganz so leicht zu beantworten, aber ich habe euch sechzehn Bücher herausgepickt, die ich guten Gewissens (und auch noch nächstes Jahr) mit Verve empfehlen kann, wenn jemand fragt! Giwi Margwelaschwili – Das Leseleben Stewart O’Nan – Die Chance Berthoud & Elderkin – Die Romantherapie Karen Köhler – Wir haben Raketen geangelt Mason Currey – Musenküsse Jon Bauer – Steine im Bauch Stephen Collins – Der gigantische Bart, der böse war Charles Jackson – Das verlorene Wochenende Nino Haratischwili – Das achte Leben Chris Ware – Jimmy Corrigan Robert Seethaler – Ein ganzes Leben Saša Stanišić – Vor dem Fest Phil Klay – Wir erschossen auch Hunde Michael Maar – Heute bedeckt und kühl Gail Jones – Ein Samstag in Sydney Jonathan Cott/Susan Sontag – The Doors und Dostojewski Bitte übernehmen Sie Im Juni überkam mich die Lust auf eine Interviewreihe mit zeitgenössischen Autoren, …

Literarische Weihnachtsempfehlungen

Wie jedes Jahr schneit regnet Weihnachten bald herein und womöglich braucht der ein oder andere noch Anregungen für literarische Weihnachtsgeschenke. Für Opa, Onkel, Stief -, Paten – und eigene Kinder und sämtliche Zwischenformen von Verwandtschaft bis Partnerschaft. Ich habe ein bisschen kategorisiert und vorsortiert, ein kleines Zitat aus der jeweiligen Rezension als Appetithäppchen hingestellt, mit einem Klick gelangt man aber auch zum vollständigen Text. (bei den Kinderbüchern ist beides noch nicht der Fall!) Frei nach Samuel Rogers ,When a new book is published, read an old one‘ habe ich nicht ausschließlich auf Neuerscheinungen zurückgegriffen. Viel Erfolg beim Geschenkesuchen und -finden! Für die Kleinen Kathryn Cave / Chris Riddell – Irgendwie Anders | Helen & Thomas Docherty – Der Bücherschnapp | Nina Weger – Die Saubande außerdem: Lemony Snicket – Dunkel Moritz Petz & Amélie Jackowski – Der Dachs hat heute schlechte Laune Lisa-Marie Dickreiter – Max und die wilde 7 Christine Nöstlinger – Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte Für die Spannung Toine Heijmans – Irrfahrt: Uns wird ein verstörendes Buch …

Es war ja wieder Buchmesse!

Foto: Postkarte des Dumont-Verlages Als ich in diesem Frühjahr zum ersten Mal eine Buchmesse besuchte, hatte ich vermutlich kaum im Sinn, dass die nächste nur Monate entfernt sein würde. Jaja, nach Frankfurt fährste auch irgendwann mal, habe ich gedacht und es dabei belassen. Erstmal. Irgendwie hatte ich dann aber doch plötzlich eine Karte und plante Treffen, mich packte dann doch irgendwann so eine wohlige Vorfreude und Kribbligkeit von den Haar – bis zu den Fußspitzen. Lange Rede, kurzer Sinn: Da war ich dann doch, in Frankfurt. Zwei vollgepackte Tage, Termine, Menschen, die man zum ersten oder wiederholten Male traf, Momente des Innehaltens, teure Würstchen und aufgeschlossene Verlage. Es war eine schöne, eine vielseitige Messe, auf der ich auch gelernt habe. (Nicht zu viele Termine! Bekannte Menschen ansprechen, auch wenn sie ins Gespräch vertieft zu sein scheinen! Feierliche Erlaubnis dafür von Isabel Bogdan erhalten!) oben: die wundervolle Tapete am HoCa-Stand, unten links: Postkartenplädoyer vom Kunstmann-Stand, unten rechts: der immer wieder bewunderte Matthes&Seitz-Stand Über die Messe gleitet man gewissermaßen, fließt in Menschenströmen von einem Ziel zum nächsten …

Klagenfurt 2014, – Das Wettlesen beginnt wieder

Letztes Jahr stand noch zu befürchten, dass es den Bachmannpreis nicht länger geben wird, dass er zu einem Auslaufmodell gehörte, das sich der Österreichische Rundfunk nicht mehr leisten will. Es wurde heftig diskutiert und protestiert,schlussendlich ist er geblieben. Mit (fast) allen seinen Eigenheiten, so, wie wir ihn kennen. Übermorgen wird er eröffnet, am Donnerstag werden die ersten Teilnehmer lesen und sich vor Publikum dem Juryurteil stellen. Eben fast ein bisschen wie bei einer Castingshow – bloß literarisch und besser! Dieses Mal lesen:

Herbstausblicke – Junge Literatur

Wer hat noch keinen Blick geworfen in die neuen Herbstprogramme der Verlage? Wer hat sich schon ein bisschen inspirieren lassen für die kalte Jahreszeit, während er mit Shorts und Ventilator auf der Couch der Hitze davonfloss? Ich werde in den nächsten Wochen in loser Folge Tipps und Empfehlungen loslassen und ein paar Bücher ausgraben, auf die man sich freuen kann. Diesmal –

Rezensionen

A Adichie,Chimamanda Ngozi – Americanah Aehnlich, Kathrin – Wenn die Wale an Land gehen Ahmad, Jamil – Der Weg des Falken Allende, Isabel – Das Geisterhaus Altarriba, Antonio – Die Kunst zu fliegen Ambjørnsen, Ingvar – Den Oridongo hinauf Anouk, Misha – Goodbye Jehova Austen, Jane – Emma Ausubel,Ramona – Der Anfang der Welt B Bachmann,Stefan – Die Seltsamen Bärfuss, Lukas – Koala Bargum, John – Septembernovelle Barlow,Toby – Baba Jaga Barth, Stephanie – Deutscher Meister Bauer, Jon – Steine im Bauch Baum/Shanower/Young – Der Zauberer von Oz Bechdel, Alison – Wer ist hier die Mutter? Bell, Madison Smartt – Die Farbe der Nacht Bengtsson, Jonas T. – Wie keiner sonst Berthoud & Elderkin – Die Romantherapie Bicker, Björn – Was wir erben Bradley, Alan – Flavia de Luce 5, Schlussakkord für einen Mord Bradley, Alan – Flavia de Luce 4, Vorhang auf für eine Leiche Bradley, Alan – Flavia de Luce 2, Mord ist kein Kinderspiel Bradley, Alan – Flavia de Luce 1, Mord im Gurkenbeet Brasch, Marion – Wunderlich fährt nach Norden Brookmyre, …