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Es war ja wieder Buchmesse!

Foto: Postkarte des Dumont-Verlages

Als ich in diesem Frühjahr zum ersten Mal eine Buchmesse besuchte, hatte ich vermutlich kaum im Sinn, dass die nächste nur Monate entfernt sein würde. Jaja, nach Frankfurt fährste auch irgendwann mal, habe ich gedacht und es dabei belassen. Erstmal. Irgendwie hatte ich dann aber doch plötzlich eine Karte und plante Treffen, mich packte dann doch irgendwann so eine wohlige Vorfreude und Kribbligkeit von den Haar – bis zu den Fußspitzen. Lange Rede, kurzer Sinn: Da war ich dann doch, in Frankfurt. Zwei vollgepackte Tage, Termine, Menschen, die man zum ersten oder wiederholten Male traf, Momente des Innehaltens, teure Würstchen und aufgeschlossene Verlage. Es war eine schöne, eine vielseitige Messe, auf der ich auch gelernt habe. (Nicht zu viele Termine! Bekannte Menschen ansprechen, auch wenn sie ins Gespräch vertieft zu sein scheinen! Feierliche Erlaubnis dafür von Isabel Bogdan erhalten!)

messe11oben: die wundervolle Tapete am HoCa-Stand, unten links: Postkartenplädoyer vom Kunstmann-Stand, unten rechts: der immer wieder bewunderte Matthes&Seitz-Stand

Über die Messe gleitet man gewissermaßen, fließt in Menschenströmen von einem Ziel zum nächsten und staunt gelegentlich. Ich hatte das Vergnügen, mehrere Verlage an ihren jeweiligen Ständen zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. Oft ging es dabei – selbstverständlich – um das Bloggen. Einerseits um die Vielfalt und schiere Menge an Literaturblogs, die in ihren Verästelungen immer unübersichtlicher werden, andererseits aber auch um Möglichkeiten, Blogger für ihre Arbeit zu belohnen. Man ist sich immernoch auf beiden Seiten uneins darüber, wie und ob das überhaupt möglich ist. Fest steht aber: Die meisten Verlage sind Bloggern gegenüber bedeutend offener als noch vor einigen Jahren, sie sind interessiert an Zusammenarbeit. Es gab (für mich) Treffen bei Rowohlt, der Kirchner Kommunikation, Osburg, der Frankfurter Verlagsanstalt, Wallstein, Dumont, Diogenes, Hanser, teils waren sie geplant, teils ergaben sie sich durch die beeindruckende Vernetzung der Bloggerszene. Und auch Autoren waren für kurze Gespräche zu erwischen: So Petra Hartlieb, die mit uns darüber plauderte, inwiefern ihr Buch die Wahrnehmung ihrer Kunden verändert hat, Karen Köhler, die sich am Hanser-Stand für die Blogtour zu ihrem Erzählband ,Wir haben Raketen geangelt‘ bedankte. Mitten im Gespräch kommt plötzlich Herta Müller (!) von hinten, um sich von einer Hanser-Mitarbeiterin zu verabschieden. David Wagner läuft vorbei, Teresa Präauer, Florian Wacker, Denis Scheck. Freilich erkennen sie einen nicht. Aber es weht so ein Hauch durch die Hallen, wie man ihn nur in der Literaturwelt finden kann.

messe12Und sogar als sehr buchaffiner Mensch macht man unzählige Entdeckungen. So zum Beispiel den oben in der Collage vertretenen ,Bohem Verlag‘, der bezaubernde Kinderbücher vertreibt. Ich wurde wieder an die Sachcomics erinnert, die ich mir für den Blog einmal näher ansehen will. Ich habe, wie mir im Rückblick klar wurde, eigentlich viel zu wenig gesehen. Viele Menschen nicht getroffen, die ich treffen wollte. Aber so geht es wohl auf jeder Messe, dafür gibt es ja dann die nächste. Auf der man nachholen kann, was man auf der vorangegangenen nicht geschafft hat. Buchmessen sind irgendwas zwischen Hochleistungssport und Schlaraffenland. Ich muss mich jedenfalls bei allen bedanken, die ich zum ersten Mal treffen durfte: So zum Beispiel Sonja von Lustzulesen, Petzie von Die Liebe zu den Büchern, Alexandra und Aygen von Willkommen im Bücherkaffee, Dagmar von Geschichtenagentin, die Bibliophilin ,die Bücherliebhaberin und masuko! Wenn mir wieder einmal in den Gängen Menschen begegneten, die ihre vollgepackten Tüten kaum noch tragen konnte, war ich froh um meine viel wertvolleren Erfahrungen und Kontakte, unter denen ich mich weit weniger beugen musste.

messe13Nicht überall ist Frankfurt so glasig. Dieser Trostlosigkeit eines kleinen Außenbahnhofs setze ich dann zum Abschluss mein vermutlich schönstes Messesouvenir entgegen. Die geschulterten 1200 Seiten ,Das achte Leben (für Brilka)‘ wurden gleichsam geadelt und veredelt! Mit einer wundervollen Widmung von Nino Haratischwili höchstselbst. Ich freue mich. Ich bin erschöpft. Ich plane für Leipzig. Nach der Messe ist vor der Messe, sagt man ja so dahin. Stimmt aber irgendwie doch. Danke an alle! Es war mir eine Freude!

messeWas ich noch mitgebracht habe …

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