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Hitchcock und seine Bücher

Heute wäre der Master of Suspense 115 Jahre alt geworden. Seine Filme sind weltbekannt und haben dauerhaft einen Platz in der Filmgeschichte erworben. Was oft darüber ganz in Vergessenheit gerät: viele seiner Meisterwerke haben literarische Vorlagen.

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Die Geschichte seines wohl bekanntesten Films – “Psycho” – stammt von Robert Bloch, der sie 1959 erstmals veröffentlichte. 1960 bannte Hitchcock Norman Bates auf die Leinwand und verhalf ihm zu Weltruhm. Bei Daphne Du Maurier bediente sich Alfred Hitchcock gleich zweimal. Die Vorlagen zu ,Rebecca‘ und ,Die Vögel‘ stammen beide von der britischen Schriftstellerin, wobei es sich bei ,Die Vögel’ ursprünglich nur um eine Kurzgeschichte handelte. ,Rope’, ursprünglich ein Theaterstück geschrieben von Patrick Hamilton, inspirierte Hitchcock zu ,Cocktail für eine Leiche‘, das sich um zwei Männer dreht, die den perfekten Mord zu begehen versuchen. ,Marnie‘ hingegen, die mysteriöse und unnahbare Frau mit ihrer herrischen Mutter und Amgst vor allem Roten, stammt im Original von Winston Graham, einem britischen Schriftsteller.

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Sein ,Fenster zum Hof‘ basiert auf einer Kurzgeschichte von Cornell Woolrich, die ursprünglich noch nicht ,Rear View’ hieß, sondern ,It Had To Be Murder’. Von Patricia Highsmith lieh sich Hitchcock die Geschichte für ,Der Fremde im Zug‘, ein beklemmender und früher Film des Meisters. Das Drehbuch für diesen Film schrieb übrigens kein Geringerer als Raymond Chandler. Der Krawattenmörder aus ,Frenzy‘ stammt ursprünglich aus Arthur La Berns Roman ,Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square’. Auch die Spionage spielte bei Hitchcock immer wieder eine Rolle, so zum Beispiel auch in ,39 Stufen’, das auf dem gleichnamigen Roman von John Buchan basiert, der übrigens selbst Geheimdienstmitarbeiter war. Ethel Lina White schrieb mit ,The Wheel Spins’ die Vorlage zu ,Eine Dame verschwindet‘.

Viele von den Autoren sind heute längst vergessen, während die Filme sich noch immer großer Beliebtheit erfreuen. Wenn eines durch diese Beispiele glasklar wird, dann, dass Alfred Hitchcock, ganz unbestritten, ein großer Leser war. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Foto Hitchcock: Stephen Robello

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