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Urlaubszeit ist Lesezeit

Jedenfalls für die meisten von uns. Damit das mit der Urlaubslektüre dieses Jahr auch reibungslos über die Bühne geht, habe ich einige Bücher zusammengestellt – gut lesbar, mal heiter, mal melancholisch, klassisch und aktuell. Eine Auswahl.

collageurlaub

Anne GoldmanLichtschacht. Von Krimifans schon jetzt mit vielen guten Worten bedacht, mal ganz anders, nicht reißerisch, sondern psychologisch gekonnt. Suspense eben – wer denkt bei der Handlung nicht an Hitchcocks ,Das Fenster zum Hof’?

Edward Lewis WallantMr.Moonbloom. Im Urlaub will man von Menschen lesen wie du und ich. Mr.Moonbloom und seine Nachbarn sind solche Menschen. Wallant starb leider schon 1962, mit nur 36 Jahren. Mr.Moonbloom erschien erstmals posthum 1963.

Anna FunderAlles was ich bin. ,Als Hitler an die Macht kam, lag ich in der Badewanne’, lautet der erste Satz dieses beeindruckend geschriebenen historischen Romans. Um Hitler geht es allerdings nur am Rande. Mittelpunkt bilden Ernst Toller, seine Liebe und der Widerstand.

Stephen van Dulken – Das große Buch der Erfindungen. Im Urlaub muss man nicht produktiv sein, aber nichts spricht dagegen, sich an dem zu erfreuen, was andere geschaffen haben, wenn sie produktiv waren. So zum Beispiel das Tanzspielzeug zum Aufziehen, die Papiertüte mit rechteckigem Boden oder das Besetztzeichen für’s WC.

Andrew MotionSilver. Lust auf Abenteuer, Seefahrer, salzige Meeresluft und böse Schurken mit Holzbein (und ohne)? Dann ist man mit Andrew Motions packender Wiederauflage mit der ,Schatzinsel-Next-Generation’ genau richtig beraten!

collageurlaub2Ulf Müller/Michael Zöllner [Hrsg] – Rebel Yell. Man muss im Urlaub auch mal rebellieren dürfen und die Sau rauslassen. Und am besten, man tut das nicht allein, sondern mit “Freunden”. Freunden wie Jack London, Arthur Rimbaud, Christoph Schlingensief, Henry Miller und Ulrike Meinhof. Halt kein Ferienlager, ein literarisches Rebellencamp.

Emma HealeyElizabeth wird vermisst. Wem der Sinn nach etwas Ernsterem steht, der greife zu Emma Healeys Roman. Den Roman über eine Frau, die an Demenz leidet. Das Besondere daran? Geschrieben ist er aus der Sicht genau dieser Frau namens Maud, deren Leben langsam dem Vergessen anheimfällt. Bedrückend, beeindruckend und manchmal wie ein Krimi. Denn ihre alte Freundin Elizabeth wird tatsächlich vermisst.

Benjamin Lebert [Hrsg] – Wir sind verdammt lausige Akrobaten. Urlaubszeit ist auch die Zeit für Freunde. Wie es so ist, wenn sich Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald Briefe schreiben, sich gegenseitig Texte redigieren oder einfach wieder aneinander aufrichten, kann man hier hervorragend nachlesen. Und überhaupt – Briefe werden zu wenig geschrieben. Dann kann man sie wenigstens lesen.

John SteinbeckVon Mäusen und Menschen. Ein Klassiker, so dünn und doch so eindrucksvoll. Für heiße Stunden im Garten, für diese flirrende Zwischenwelthitze, für ungleiche Freunde, die es trotzdem bleiben.

Jiro TaniguchiVertraute Fremde. Im Urlaub kommt man auch manchmal ins Grübeln. Wie das wohl wäre, wenn man plötzlich wieder Jugendlicher wäre? Aber mit dem Bewusstsein des Erwachsenen und Gereiften? Genau das geschieht dem Architekt Hiroshi Nakahara in dieser famosen Graphic Novel, die nicht umsonst mittlerweile ein Klassiker ihres Genres ist. Taniguchi muss – nicht von der Comicform abschrecken lassen!

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