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Bloggeburtstag!

Es ist soweit!

oder: Understatement ist nur eine kenntnisreichere Form der Prahlerei (Max Goldt)

Am 20. Mai 2011, heute vor zwei Jahren, wurde dieser Blog geboren. Zunächst als bloßes Lesetagebuch geschaffen, als Gedächtnisstütze, als Idee in den Raum geworfen, hätte ich niemals erwartet, dass sich derlei daraus entwickelt. Wie oft fängt man nicht irgendwas an und ist fast schon schmerzhaft ambitioniert, daraus was richtig Großartiges zu machen? Und dann ist man nach zwei Wochen doch der Meinung, dass der Idealismus vielleicht ein bisschen überdosiert war. Mein erster Artikel galt Francois Lelords “Das Geheimnis der Cellistin“. Seitdem haben sich 161 Artikel leicht schwankender Qualität dazugesellt. Aber bevor die kleine Nabelschau beginnt, … ein poetischer Gruß! (Die Qualität ist, wie immer, bei meiner Kamera, eher bedenklich, aber ich hoffe, man kann dennoch folgen! – andernfalls habe ich dieses Meisterwerk der Geburtstagslyrik natürlich auch noch in verschriftlichter Form)

Man beachte natürlich auch die nonchalant dem Boden zustrebende Brille. Alles geplant!

Ich will gar nicht mit langweiligen Statistiken nerven, obwohl die Versuchung schon da ist, begeistert mit Zahlen um sich zu werfen als wäre es Konfetti. Seit 2011 haben 30661 Menschen meinen Blog besucht, hier gelesen, geklickt und kommentiert, 242 Follower haben sich “angesammelt”, 140 Likes auf Facebook. Das freut mich jeden Tag auf’s Neue. Denn obwohl ich das, was ich tue, auch ohne die Resonanz mit Freude täte, bilden die netten Diskussionen und Kommentare am Rande sowas wie den Zuckerguss auf ohnehin schon sehr leckerem Kuchen. Ich kann es mir mittlerweile auch durchaus mal erlauben, eine Woche nichts von mir hören zu lassen, ohne, dass die Leserschaft mit entrüstetem Gesang ins nächste Restaurant zieht. Das ist schön, erfreulich und bestätigend, wenn das Ego mal wieder ein bisschen krankt.

Im Laufe der Zeit hat sich der Fokus der Rezensionen ein wenig verschoben. Anfangs waren es eher die Klassiker, nach Beginn der Ausbildung zusehends Neuerscheinungen. Als literaturaffiner Mensch eine Ausbildung im Buchhandel zu beginnen, ist zunächst in etwa so, wie als zuckeraffines Kind im Bonbonladen eingesperrt zu sein. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst greifen und vorallendingen wie man das alles verdauen soll. Glücklicherweise verursacht übermäßiger Verzehr von Literatur keine Verdauungsbeschwerden, sodass sich auch mein Lesetempo um ein Vielfaches gesteigert hat. Gerade in den letzten Tagen habe ich aber bemerken müssen, dass man sich auch mit etwas, was man von Herzen liebt, etwas überfordern kann und so ist meine Devise für ein neues Blogjahr, sich nicht wie ein Rennpferd zu immer höheren Leistungen anzutreiben. Gut Ding will ka bekanntlich Weile haben.

So einige literaturaffine Seiten haben mich und meinen Blog – beides oder wahlweise auch nur eines von beidem – so interessant gefunden, dass sie mich mit Fragen, nicht gelöchert, eher freundlich angestubst haben. Dazu gehört Gesine von Prittwitz von SteglitzMind, Marcel Groels von 100-beste-bestseller-bücher, Anne Urbat vom Arvelle Magazin und natürlich Anja Dienhardt von Buchbesprechung.de. An dieser Stelle geht auch nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Bodo Wartke und seinen engagierten Pressesprecher, die mir mit dem Interview etwas ermöglicht haben, wovon ich vor einem halben Jahr nicht einmal geträumt hätte, ohne mich danach in ärztliche Behandlung zu begeben!

Bett,jpg

Lieblingsplatz des strebsamen Rezensenten ist nach wie vor nicht etwa der Schreibtisch, sondern das Bett. Vermutlich könnte man anhand dieser Tatsache so einiges über Arbeitsmoral und Ernsthaftigkeit ablesen, wenn man wollte. Da ich nicht will, belasse ich es bei dieser stimmungsvollen Fotografie baumwollenen Müßiggangs. Auch wenn es gemeinhin üblich ist, Geburtstagskinder zu beschenken, habe natürlich auch ich mich zu bedanken. Für meine treuen und untreuen, meine kommentarfreudigen und meine stillen, meine regelmäßigen und meine sporadischen Leser, die diese ganze Sache hier zu etwas Besonderem machen sowie meinen ganzen tollen Buchbloggerkollegen für die interessanten Diskussionen und Tipps. Danke auch an alle Verlage, die mir bisher genügend Vertrauen entgegengebracht haben, um mir Rezensionsexemplare zur Verfügung zu stellen! (Berlin Verlag, Galiani, Edition Moderne, Schöffling & Co., Insel Verlag, Dumont sowie Matthes & Seitz, – ich hoffe, ich habe keinen vergessen!) Ich habe die Anregungen auf unser aller Lieblingssozial(l)imitationsanstalt ganz wörtlich genommen (“Geschenke!”). Fast jedenfalls. Ich verschenke keine Bücher, ich verlose sie. Undzwar die folgenden –

BücherAnna Kim – Anatomie einer Nacht, Peter Carey – Mein Leben als Fälschung, Christine Lavant – Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus, Urs Widmer – Herr Adamson, Vladimir Sorokin – Der Schneesturm und Christian Kracht – Imperium. Wie es aber Verlosungen so an sich haben, sind sie an eine bestimmte Gegenleistung gekoppelt (und sei es nur der Erwerb eines Loses) Da mir sowas natürlich viel zu anstrengend ist, …: schreibt in die Kommentarbox, wie ihr auf meinen Blog gestoßen seid und – eine dieser beliebten Schätzaufgaben -, schätzt, wie viele Bücher ich wohl in meiner kleinen 32 m² Wohnung zum gegenwärtigen Zeitpunkt beherberge. (Dazu sei gesagt: 3 volle Billy-Regale und allerlei Kleinstmengen) Die drei Kommentatoren, die am nächsten dran liegen, gewinnen jeweils zwei Bücher, ein gebundenes und ein Taschenbuch.

Und das war’s eigentlich schon fast mit meiner Geburtstagsankündigung. Erst kürzlich hatte ich Namenstag, ohne es zu wissen. Das gleiche ich mit dem heutigen Tag ganz locker aus. Danke euch allen und auf ein weiteres Jahr voller spannender Bücher und toller Konzerterlebnisse. Die kulturelle Ecke in Form von Konzertberichten und kurzen Abrissen über bestimmte Künstler soll in Zukunft etwas aufgepeppt werden. Da kommen noch einige schöne Sachen auf mich zu (und damit natürlich früher oder später auch auf euch..) Und nun .. fehlt bloß noch so ein toller, ultra lässiger Abschlusssatz. Als ich neun war, schrieb mir mein Cousin ins Poesiealbum –

Immer schön geschmeidig bleiben.

Mensch, ich wollte schon immer mal so eine ergreifende Dankesrede halten.

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