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Joachim Meyerhoff – Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Mit seiner autobiographischen Reihe Alle Toten fliegen hoch hat Joachim Meyerhoff in den letzten Jahren viele begeistert. Er schrieb über seinen Auslandsaufenthalt in Amerika, das Aufwachsen auf dem Gelände der Schleswiger Psychiatrie, persönliche Verluste, seine Schauspielausbildung und nun – dem Gesetz der linearen Biographie folgend – über seine Engagements an Provinzbühnen und erste Lieben. Das tut er, wie immer, gewinnend und ausgesprochen humorvoll. An der einen oder anderen Stelle aber gerät ihm seine Rückschau zu überdreht. Nach der Beendigung seiner Schauspielausbildung und dem schmerzlichen Tod der exaltierten, aber liebenswürdigen Großeltern hat es Meyerhoff an ein Bielefelder Theater verschlagen. Dort spielt er lustlos seine Rollen, es sinnkriselt. Soll das alles gewesen sein? In diesem Ensemble? An dieser Bühne? Er träumt von Flucht und Ausbruch, ist dafür aber am Ende zu pflichtbewusst. Er verflucht seine Geradlinigkeit, seine »Harmlosigkeit«, mit Anfang zwanzig verlangt es ihn nach einem Exzess, der nicht in Aussicht ist. Auf der Premierenfeier eines Shakespeare-Stücks lernt er Hanna kennen, die sein bis dato beschaulich-bräsiges Leben mit ihrer unkonventionellen Art in Bewegung bringt. Hanna ist intellektuell, …