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Birgit Vanderbeke – Wer dann noch lachen kann

Sie wird von ihrem Vater grün und blau geschlagen. Ihre Mutter dreht in der Küche das Radio lauter. Sie flüchtet sich in Fantasie, in ihre innere ältere Stimme, die es nur geben kann, wenn es eine Zukunft gibt. Das Leben lehrt sie früh, dass man nur selbst auf sich aufpassen kann. Birgit Vanderbekes Roman ist eine Meditation über Gewalt, die Menschen einander antun können. Aber auch über die Mittel und Wege, das zu überwinden, was sie hinterlassen hat. Es gibt nur einen einzigen Menschen, der auf Sie aufpassen kann. Da sind Sie. Sonst niemand. (…) Und wenn Sie es nicht können, kann es niemand für Sie tun. Sie hat keinen Namen. Ihre innere Stimme nennt sie Karline. Ihr Vater nennt sie mein Augenstern. Die Familie stammt aus dem Osten und hat einige Zeit im Flüchtlingslager verbracht, bevor sie endgültig im Westen Fuß fassen kann. Der Vater arbeitet bei Hoechst, einem der drei größten Chemie- und Pharmaunternehmen des Landes. Es ist die Zeit des Vietnamkriegs. Welche Medikamente ins Haus kommen, bestimmt er. Nicht die von Bayer, …