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Bitte übernehmen Sie, Frank Rudkoffsky!

© Ronny Schönebaum Das Schreiben begann für mich.. in der Grundschule mit geradezu bizarr schlecht gezeichneten Comics und vermeintlich witzigen Kürzestgeschichten über senile Filmhelden. Später musste ich mich dann einige Schubladenromane lang an frühen Vorbildern abarbeiten, ehe ich zu meiner eigenen Stimme fand. Ein Buch muss.. mich gleichzeitig unterhalten und herausfordern. Sprache und Plot sind mir wichtig – im Zentrum müssen aber immer glaubhafte Figuren stehen, mit denen ihr Schöpfer gerne auch gnadenlos umgehen darf. Vielleicht sogar muss. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. sie ja immer noch jemandem diktieren. Und ihm dabei mit den freien Händen etwas Leckeres kochen. Stenographiekenntnisse wären jedoch von Vorteil: Langsam sprechen gelingt mir nur bei Lesungen. Ein Kindheitstraum von mir war.. mit Mitte dreißig mittelloser Schriftsteller zu sein. Nur jünger. Und weniger mittellos. Wenn ich nicht schlafen kann.. wälze ich mich so lange herum, bis ich fluchend aufstehe und mir Sätze wie diese ausdenke: „Bastian hat die Zeitreiseexperimente langsam satt. Es ist seit Nächten dasselbe: Wenn Nina morgens neben ihm aufwacht und ausgeschlafen in den neuen Tag …

]trash[pool

]trash[pool erblickte im Sommer 2010 das Licht der Welt. Von den Studenten Tibor Schneider, Christiane Schweitzer und Anselm Treichler (die Letztgenannten mittlerweile abgelöst von Frank Rudkoffsky und Lisa Müller) gegründet, macht sie sich seitdem zur Aufgabe, junger Kunst und Literatur eine Plattform zu bieten und die Künstler untereinander besser zu vernetzen. Das gilt sowohl für den regionalen Raum Tübingen, in dem ]trash[pool ursprünglich beheimatet ist als auch darüber hinaus. Seit 2011 steht hinter dem Magazin auch ein eingetragener Verein, der sich die gemeinnützige Förderung von Kunst und Kultur auf die Fahnen geschrieben hat. Was neu ist, unverbraucht, unkonventionell und im besten Sinne des Wortes ungewöhnlich, findet seinen Platz in diesem Magazin. Dabei sind die Gattungen sehr breit gefächert. Sie reichen von Lyrik, konkreter Poesie und Slam-Texten bishin zu Prosa und Essays im literarischen Bereich. Auch Interviews sind gelegentlich vertreten, so z.B. in Nr.4 vom Mai 2013 ein Interview mit Ilija Trojanow, der zu diesem Zeitpunkt gerade an „Macht und Widerstand“ arbeitete. Das beendete Werk stand kürzlich auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015. Trojanow spricht …