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Sven Heuchert – Asche

Das Abseitige, Verdorbene und Verlorene übt häufig einen ganz besonderen Reiz aus. Insbesondere dann, wenn wir lesend erkennen, dass der Beginn so manchen Scheiterns nicht so weit entfernt von unseren Leben ist. Vom Weg abzukommen, kann mindestens so angsteinflößend wie lehrreich sein. Sven Heuchert macht in seinen Stories die Abtrünnigen zu Hauptdarstellern, mit deftiger Sprache packt er zu und bohrt in den Wunden des Alltags. Eines kann sofort einleitend gesagt werden: In Sven Heucherts Stories wird eine Menge gefickt und gevögelt, malocht und gesoffen. Um den heißen Brei herumreden? Ist nicht seine Sache. Er erzählt von Männern ganz unterschiedlichen Alters, die alle etwas verloren haben: ihre Lebensfreude, ihren An – oder Verstand, sich selbst oder den Bezug zur Realität. Sie richten besinnungslos und nicht selten unter dem Einfluss diverser Rauschmittel ihr inneres Chaos nach außen. Da ist der Familienvater, den seine Kinder und das tägliche Einerlei zum Wahnsinn treiben – deshalb vergewaltigt er ein wildfremdes Mädchen und der Freund sieht zu. Heucherts Männer entscheiden sich für Menschenhandel, die Hoffnungslosigkeit bis zum ersten Bier, Drogen und …