Alle Artikel mit dem Schlagwort: septime verlag

Jürgen Bauer – Ein guter Mensch

Der südafrikanischen Metropole Kapstadt geht nach einer anhaltenden Dürre das Wasser aus. Sollte der Regen weiterhin ausbleiben, so der Spiegel, könnte die Stadt schon in diesem Jahr das Wasser abdrehen und rationieren. Eine Zukunft, in der extreme Klimabedingungen ebenso wie profitorientierte Unternehmen den Zugang zu Wasser erschweren und gigantische Fluchtbewegungen auslösen, ist keine, die man sich erst mühsam aus den Fingern saugen müsste. Wasser als Ressource ist ebenso wenig unendlich und selbstverständlich wie jede andere. Aber sie ist überlebenswichtig. Jürgen Bauers Roman Ein guter Mensch spielt zu einer Zeit, in der die prophezeiten Klimakatastrophen schließlich  Realität geworden sind. Seit Jahren hat es nicht geregnet. Manchmal wirbelt Asche durch die vor Hitze flirrende Luft und kündet von einem Brand, ausgelöst vielleicht durch eine unbedacht ins Unterholz geworfene Zigarette oder einen fanatischen Gegner der Regierungspolitik. Ein winziger Funke genügt, um einen Feuersturm zu entfachen, im knochentrockenen Gelände der Region ebenso wie in der aufgeriebenen, verzweifelten Bevölkerung. Wasser gibt es nur noch auf Zuteilung. Die Mengen sind kaum ausreichend. In gigantischen Flüchtlingscamps werden Menschen versorgt, die sich ein …

Jürgen Bauer – Was wir fürchten

In einer Familie aufzuwachsen, die vom Wahn und der Angst des Vaters geprägt sind, muss unweigerlich Spuren hinterlassen. Angst als Schutz ist überlebenswichtig, Angst als Kontrollmaßnahme ist zum Scheitern veurteilt. Jürgen Bauers Roman ist nicht nur ein galantes Verwirrspiel zwischen Wahn und Wirklichkeit, sondern der gelungene Beweis dafür, dass nicht alles im Leben kontrollierbar ist. Manchmal sind es nur Nuancen, die die krankhafte von der gesunden und durchaus erhaltenswerten Angst unterscheiden. Das Gefühl von Angst in all seinen Symptomen versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, um rasche Flucht aus einer Gefahrensituation zu gewährleisten. So weit, so nützlich. Kippt die Angst aber ins Pathologische, kann sie einen Menschen im schlimmsten Fall nahezu lebensunfähig machen. So wie Georgs Vater, dessen Ängste pranaoide Form angenommen haben. Regelmäßig verschwindet er für einige Zeit im Krankenhaus und wird mit speziellen Medikamenten wieder ruhiggestellt. Mit dieser Unberechenbarkeit, mit den Schlagworten seiner Eltern wächst er auf: „Du bist paranoid, halt den Mund und sei still.“ Georg lernt früh, dass das Leben nicht stabil und gleichförmig verläuft. Dass hinter jedem Menschen ein ganz anderer …