Alle Artikel mit dem Schlagwort: RAF

Anne Ameri-Siemens – Ein Tag im Herbst

Der »Deutsche Herbst« jährt sich in diesem Jahr zum vierzigsten Mal. Im September 1977 wird Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF entführt, etwas über vier Wochen später die Lufthansamaschine »Landshut« in Zusammenarbeit mit palästinensischen Terroristen. Ziel ist es, die Inhaftierten in Stuttgart Stammheim aus dem Gefängnis freizupressen. Während die Passagiere der Landshut schließlich von der seinerzeit  jungen Spezialeinheit GSG9 befreit werden können, wird Schleyer von der RAF in einem Waldstück erschossen. Die Bundesregierung hatte sich geweigert, Schleyer gegen die Gefangenen auszutauschen. Anne Amerie-Siemens, die den Deutschen Herbst nicht bewusst erlebt hat, begibt sich mithilfe zahlreicher Zeitzeugen auf Spurensuche und schlägt auch implizit einen Bogen zur terroristischen Gefährdung heute. Terror ist keine Erfindung der letzten Jahre und ganz sicher nichts, auf das radikale Islamisten ein Monopol besäßen. Vom rechts- bis zum linksextremen Lager gibt es in der Geschichte zahlreiche Beispiele für terroristische Aktionen, die Rote Armee Fraktion, hervorgegangen aus einem radikalisierten Teil der 68er-Studentenbewegung, ist eines davon. Seit ihrer Gründung im Mai 1970 hat sie die junge Bundesrepublik entscheidend geprägt und dazu beigetragen, die Gräben …

Ulrike Edschmid – Das Verschwinden des Philip S.

Ulrike Edschmid ist eine deutsche Autorin. Sie studierte sowohl Literaturwissenschaft und Pädagogik in Berlin und Frankfurt als auch an der Deutschen Film – und Fernsehakademie in Berlin. Viele von Edschmids Arbeiten basieren auf realen Personen oder Gegebenheiten. So sprach sie für ihre ersten Werke mit den Frauen berühmter Literaten und befragte sie zu deren Leben, in Wir wollen nicht mehr darüber reden beschäftigt sie sich mit dem tiefen Graben, der als Schatten des Nationalsozialismus das im Aufbau befundliche Nachkriegsdeutschland  durchzieht. Als Basis dafür dienen hunderte Briefe zwischen ihrem Schwiegervater und dessen Frau. Im hier vorliegenden Werk thematisiert sie den Weg ihres alten Freundes Werner Sauber in den Untergrund. Für alle, die sich mit der 68er-Generation und deren radikalisierten Ausläufern beschäftigen wollen oder beschäftigt haben, ist dieses Buch sicherlich ein Gewinn. Ich habe mich vor Jahren intensiv mit der RAF beschäftigt, mit deren Zustandekommen, der Studentenrevolte. Ich sah bis spät in die Nacht Gesprächsrunden mit Rudi Dutschke und Daniel Cohn-Bendit, versuchte mich an Herbert Marcuse und scheiterte, las Bernward Vesper, Stefan Austs Baader Meinhof Komplex und …