Alle Artikel mit dem Schlagwort: piper verlag

Ramona Ausubel – Der Anfang der Welt

Ein kleines karpatisches Dorf beschließt, kurzerhand die Schöpfungsgeschichte rückgängig zu machen und einen neuen Beginn der Welt auszurufen. Einer Welt, in der niemand um sein Leben fürchten muss, einer Welt,die abgetrennt von allem anderen existiert. Einer Welt, in der die Menschen letztlich auch nicht anders sind als anderswo. Ein sprachgewaltiges Märchen in Zeiten des Krieges. Angefangen hat es 1939 am nördlichen Rand Rumäniens, auf einer kleinen Halbinsel in der Schleife eines lehmigen Flusses. Die Bewohner von Zalischik führen, trotz der weltpolitischen Gegebenheiten, in ihrer Abgeschiedenheit ein weitgehend ruhiges Leben. Es ist ursprünglich und einfach – bis zu dem Augenblick, als sie aus ihrem Fluss eine fremde Frau retten, die, nur mit ein paar Lumpen bekleidet, den Krieg durch Erzählungen in die Häuser Zalischiks bringt. Die Fremde hat ihren Mann und ihre Kinder verloren, ab jetzt, sagt sie, müssten sich alle vor diesem Krieg und seinen Handlangern verstecken; allen voran die, die jüdischen Glaubens sind, wie die kleine karpatische Gemeinde. Die Fremde wird für die Bewohner eine Art Heilige, der Stein des Anstoßes, als sie beschließen, …

Joël Dicker – Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Joël Dicker ist ein Schweizer Schriftsteller. Der Sohn einer Buchhändlerin und eines Lehrers führte sieben Jahre lang seine eigene Zeitschrift, wurde für sein umweltpolitisches Engagement ausgezeichnet und studierte sowohl Schauspiel als auch Jura. La Vérité sur l’affaire Harry Quebert erschien 2012 im Original und gewann zahlreiche Preise, u.a. den Prix Goncourt des lycéens, den Grand Prix du Roman und den Prix littéraire de la Vocation. Nun erscheint, dank dem Piper Verlag, der hochgelobte Mix aus Roman und Krimi auch bei uns in Deutschland in der Übersetzung von Carina von Enzenberg. Es gehört vermutlich zu den am häufigsten bemühten Motiven des Schriftstellerdaseins – die Schreibblockade. Das leere Blatt übt einen teuflischen Sog aus, dem sich kein Autor lange zu entziehen vermag, es folgen Schaffenskrisen epischen Ausmaßes, Wahnsinn, Vereinsamung. So oder ähnlich ergeht es zunächst auch Starautor Marcus Goldman, der nach seinem ersten literarischen Erfolg – durchschlagend und bahnbrechend wie er war – den Zugang zu seiner Kreativität verloren zu haben scheint. Sein Verleger erwartet schnellstens ein neues Buch, doch Marcus ist vollkommen blockiert, fragt sich gar, …

François Lelord – Das Geheimnis der Cellistin

François Lelord werden die meisten entweder im Zusammenhang mit psychiatrischer Praxis oder aber durch seine Hectorromane kennen. (Hector oder die Suche nach dem Glück 2003, Hector und die Geheimnisse der Liebe 2005, Hector und die Entdeckung der Zeit 2006, Im Durcheinandertal der Liebe 2008, Hector und die Geheimnisse des Lebens 2010). Lelord arbeitete jahrelang als Psychiater sowohl in öffentlichen Krankenhäusern als auch in seiner Privatpraxis. Mit Christophe André schrieb er überwiegend Fachbücher zu psychologischen Themen. Mit Das Geheimnis der Cellistin, ursprünglich 1993 erschienen, gibt Lelord Einblick in seine psychiatrische Praxis. In mehreren leicht verständlichen Kapiteln werden die Symptomausprägungen verschiedenster Störungen beschrieben. Es finden sich Abhandlungen über Agoraphobie, Autismus, Depression, Schizophrenie, Bulimie und akute Stressreaktionen. Lelord unterwirft hier seine damaligen Schriften einem prüfenden Blick und gibt nicht nur Einsicht in die Hirnforschung und etwaig vorhandene genetische Dispositionen, sondern er zieht auch einen grundsätzlichen Vergleich zwischen damaligen und heutigen Behandlungsmethoden. Nicht immer hat sich viel verändert, ab und an bemerkt man aber doch den Fortschritt der heutigen Psychiatrie. Hier sehe ich den ersten, allerdings einzigen Kritikpunkt. Man merkt …