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Julia Tieke im Interview!

Mit dem authentischen Echtzeit-Dialog „Mein Akku ist gleich leer“ (erschienen im Digitalverlag mikrotext) bringt Julia Tieke uns das Schicksal eines Flüchtlings auf unmittelbare Weise näher. Hier ist nichts gekünstelt oder literarisch aufbereitet, es gab diesen Dialog zwischen Flüchtling Faiz und Julia Tieke, die selbst Kulturwissenschaftlerin ist und bereits ein Radiofeature über syrische Radiostationen produziert hat. Ich habe ihr dazu und zur ersten Begegnung mit Faiz einige Fragen gestellt. Julia, dein Kontakt zu Faiz ist letztlich aus einem Radiofeature hervorgegangen, das von syrischen Radiomachern und ihren Verbindungen u.a. nach Berlin handelte. Wie bist du auf dieses Thema gestoßen? Freunde von mir arbeiten in der Berliner Nichtregierungsorganisation MICT, die das Radioprojekt „Syrnet“ mit syrischen Radiomachern durchführt. Sie haben mir früh von dem Projekt erzählt, und als Radiomensch war ich begeistert von dem Vorhaben, UKW-Radio in, bzw. für Syrien zu fördern. Und ich war natürlich neugierig, wer dort mit dem Medium Radio arbeitet, und wie das unter Kriegsbedingungen geschieht. Welche Erfahrungen hast du in der Türkei mit dieser Art des Widerstands und der Opposition gemacht? Was kann das …

Faiz und Julia Tieke – Mein Akku ist gleich leer

Das Thema ,Flucht und Flüchtige‘ ist seit einiger Zeit, besonders jedoch nach den jüngsten Unglücken im Mittelmeer, in aller Munde. Welche Änderungen muss unsere Flüchtlings – und Asylpolitik erfahren, damit sich Menschen nicht mehr einem derartigen Risiko aussetzen müssen? Nehmen wir zu viele Flüchtlinge auf? Wie kann man helfen? Trotz vieler Fragen und vorschnellen Meinungen bleibt dieses Thema für so manchen ein abstraktes. Schließlich können wir uns glücklicherweise eine solche Notlage oft nicht vorstellen. Mit ,Mein Akku ist gleich leer‘ ändert sich das – denn der Flüchtling, um den es geht, bekommt ein Gesicht. Faiz, Student der englischen Literatur, hat das im Norden Syriens gelegene Aleppo durchaus nicht aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. 2011 schloss er sich der syrischen Protestbewegung gegen staatlich legitimierte Gewalt und Unterdrückung an. Er dokumentierte damals Repressionen gegen Aktivisten und gründete gemeinsam mit ihnen ein Zentrum für Zivilgesellschaft. Außerdem half er, einen Sendemast für unabhängiges Radio – und damit für freie, nicht von staatlicher Seite überwachte Informationsverbreitung – zu betreiben. Anfang 2014 jedoch übernahm der IS die Kontrolle in der Region und …