Alle Artikel mit dem Schlagwort: marie malcovati

Bitte übernehmen Sie, Marie Malcovati!

© Christian Trieloff Das Schreiben begann für mich… seit ich mir eingestehen musste, dass ich als Kellnerin einfach nichts tauge. Ein Buch muss… versuchen, etwas neu zu beleuchten. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich… irgendwelchen anderen Unsinn machen. Ein Kindheitstraum von mir war… schön singen zu können. Wenn ich nicht schlafen kann… werde ich wütend – passiert leider dauernd. Völlig unterschätzt wird… alles, was beginnt. Wenn ich Musik höre,… bin ich manchmal von den merkwürdigsten Dingen überzeugt. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: vor dem Schreiben erstmal herausfinden zu müssen, warum der Stuhl so quietscht, und ob man nicht sowieso am besten erstmal kurz staubsaugen sollte. Aber ob das nun „charmant“ ist…? Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es… lieber im Dunkeln zu sitzen, als ein Deckenlicht anzumachen. Literatur kann… das Geheimnis nicht lüften, aber manchmal vielleicht verschönern oder entwirren. Marie Malcovati, geb. 1982, studierte Drehbuch und Filmwissenschaften in Manchester und an der Filmakademie Baden-Württemberg, sie lebt derzeit in Freiburg i. Br. Sie schreibt Features für den SWR, übersetzt aus dem Französischen und Englischen und veröffentlicht …

Marie Malcovati – Nach allem was ich beinahe für dich getan hätte

Auf einer Bank vor dem Basler Bahnhof treffen zufällig Lucy und Simon aufeinander. Sie entkräftet und orientierungslos, er ausnüchternd in römischer Legionärskluft. Während das Leben in Form von zielstrebigen Reisenden an ihnen vorbeiströmt, hat es sie herauskatapultiert aus dem nimmermüden Lauf der Dinge. Unsichtbar hinter einigen Überwachungskameras der Kantonspolizei Basel-Stadt sitzt der Beamte Beat Marotti und beobachtet die beiden. Zunächst noch aus Pflichtgefühl, dann aus ganz persönlicher Notwendigkeit. Eigentlich ist Marotti krankgeschrieben. Er hat sich mit kochendem Wasser verbrüht und seine Frau hat ihn verlassen. Dennoch – oder vielleicht auch: deswegen – tut er hinter den polizeilichen Überwachungskameras Dienst, ein reiner Fluchtreflex. Es hat eine Terrorwarnung gegeben und er soll den Bahnhofsbereich auf verdächtige Personen untersuchen. Zu seiner Entäuschung bleibt es ruhig. Nur eine Frau fällt ihm auf, die regungs- und scheinbar ziellos auf einer Bank sitzt und das Wandgemälde eines Alpenpanoramas anstarrt. Sie sieht nicht aus als warte sie auf jemanden oder etwas, vielmehr bringt sie Stunden ohne nennenswerte Lebenszeichen an ein und demselben Ort zu. Zu ihr setzt sich nach einiger Zeit ein …