Alle Artikel mit dem Schlagwort: leipzig

EDIT

Die Leipziger Literaturzeitschrift EDIT darf bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. 1993 mit dem gleichnamigen Verein zur Unterstützung junger, deutsprachiger Literatur von Katrin Dorm gegründet, gehört sie seitdem als eines der profiliertesten und renommiertesten Literaturmagazine unverbrüchlich zur Literaturszene. Dreimal jährlich flattert die EDIT gewöhnlich ins Haus und gewährt einen Blick in die junge Literaturszene. Ob Prosa, Lyrik oder Drama, – abgesehen von Qualität sind keine engen Grenzen gesetzt. Auch für Erstübersetzungen und Essayistik macht die EDIT sich stark. Das wiederum gipfelte in einem Essaypreis, der 2012 ausgelobt und seitdem jährlich vergeben wird. So liest man in der aktuellen Ausgabe 68 zum Beispiel einen hochinteressanten Essay von Thorsten Krämer, der seit zehn Jahren Offtexte für’s Fernsehen schreibt. Oft für „Das perfekte Dinner“, mehrheitlich im Auftrag des Privatfernsehens. Er gibt Einblick in eine ganz andere Art des Schreibens, die sich entlang der eng gesetzten Deadlines und einer bereits visuell bereitstehenden „Handlung“ entfaltet, sofern das in diesem Zusammenhang ein passendes Wort ist. Er räumt mit einigen Vorurteilen über das Fernsehen auf, seine Sicht ist erfrischend und undogmatisch. Dasselbe …

Leipziger Gewühl

Es war meine erste Buchmesse. Und vermutlich gehören Buchmessenbesuche auch zu den Dingen, die mit steigender Häufigkeit und Routine immer besser werden. Ich war bereits beim Ankommen schon erschlagen und uneins, wohin ich denn als erstes meinen Blick wenden sollte. Menschen über Menschen – und ich bin mir im Klaren darüber, dass diese durch die Gänge schwappende Besuchermasse jetzt am Wochenende noch eine wesentliche Steigerung erfahren wird -, viele viele Bücher, gleichzeitige Veranstaltungen, Gespräche, Interviews. Eine Dauerbeanspruchung für einen Geist, der solcherlei Eindrücke schlecht filtern kann. Großartige Eindrücke, zweifelsohne, aber eben sehr viele davon. Meine erste kleine Veranstaltung erlebte ich zwischen der Buchkunst und zahlreichen Exponaten von Kunsthochschulen. Graphic Novels, wundervolle Postkarten und Poster, Scherenschnitte. An einem Stand war ein Kunststudent gerade damit beschäftigt, eine weiße Wand zu linieren. Sicherlich drei Meter lang war sie und seine Linien nicht ganz gerade, von etwas weiter weg aber sah sein Machwerk überraschend akkurat aus. Er versuche, sagten seine Kommilitoninnen, das Ganze hier etwas zu entschleunigen und zu beruhigen. Meditativ sei das ja irgendwie und gewissermaßen schreibe er …