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Über Apollokalypse: Ein Streitgespräch

„Apollokalypse“ ist ein polarisierender Longlistkandidat. Entweder, man bricht angesichts seiner verwinkelten und überdrehten Machart in Lobeshymnen aus oder man lehnt seine Maniriertheit und zahllosen Anspielungen auf Literatur, Kultur und Historie ab. Mit dem begeisterten Buchpreisbloggerkollegen Gérard Otremba habe ich über das sprachgewordene Enfant terrible gesprochen. Er ist voll des Lobes, ich bin von den überkandidelten Spirenzchen des Romans ermüdet. Sophie: Was würdest du als größte Qualität des Romans bezeichnen? Gérard: Die intellektuelle Herausforderung, die „Apollokalypse“ zweifellos darstellt. S: Ja, ich gebe dir insofern Recht, dass der Text seinen Lesern durch den Anspielungsreichtum eine Menge abverlangt. Ihn zu dechiffrieren, ist schon eine Herausforderung. Ab irgendeinem Punkt aber waren mir all diese Anspielungen und Verweise zu anstrengend, zu gewollt, zu konstruiert. Als wollte jemand unbedingt all sein Wissen in einen einzigen Roman pressen und alles auf wahnwitzige Weise miteinander verbinden. Falkner hat sehr lange an diesem Roman gearbeitet, ein paar Jahrzehnte, – so liest er sich. Als hätte er zu viel Zeit zum Reifen gehabt und wäre dadurch ungenießbar geworden. G: Deine Ausführungen sind vollkommen richtig, bis …