Alle Artikel mit dem Schlagwort: diogenes verlag

Connie Palmen – Du sagst es

Sie gelten als eines der bedeutendsten, aber auch berüchtigtsten Paare der Literaturgeschichte: Sylvia Plath und Ted Hughes. Am 11. Februar 1963 beging Sylvia Plath, kurz nach Veröffentlichung von Die Glasglocke, Selbstmord, indem sie ihren Kopf in den Herd legte und das Gas aufdrehte. Die niederländische Autorin Connie Palmen erzählt nun die Geschichte von Hughes und Plath, allerdings aus der Sicht des vielfach beschuldigten und als „Mörder“ verunglimpften Ehemannes. Am Ende steht eine Rehabilitierung des Dichters. Lange war es eine tragische Geschichte, die nach einem Schuldigen verlangte. Sylvia Plath, nach ihrem Tod zur Ikone emporgehoben und als moderne Frau zerrissen zwischen dem Verlangen, sich künstlerisch zu verwirklichen und dem klassischen Frauenbild der Zeit zu entsprechen, stand an einem Montagmorgen im Februar 1963 auf und stellte ihren Kindern Frieda und Nicholas das Frühstück bereit. Sie dichtete sorgsam sämtliche Ritzen zwischen Küche und restlicher Wohnung ab, um die Kinder nicht zu gefährden, schluckte eine Packung Schlaftabletten und legte den Kopf in den Gasherd. Zu diesem Zeitpunkt lebten Hughes und Plath bereits getrennt. Seine Affäre mit Assia Weville hatte …

Bitte übernehmen Sie, Benedict Wells!

© Bogenberger / autorenfotos Das Schreiben begann für mich.. mit dem Beobachten und der Lust, etwas zu erzählen. Ein Buch muss.. mich beim Lesen berühren, damit ich es liebe. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. einpacken. Ein Kindheitstraum von mir war.. Abenteuer zu erleben. Und wie Marty McFly „Johnny Be Goode“ auf der E-Gitarre spielen zu können. Das möchte ich immer noch, aber das hebe ich mir für meine Midlife-Crisis auf. Wenn ich nicht schlafen kann.. höre ich Hörbücher oder räume auf. Völlig unterschätzt wird.. die Serien „Freaks & Geeks“ und „Firefly“. Dankbarkeit. Und ein richtig gutes Sandwich. Wenn ich Musik höre.. gehe ich vermutlich gerade durch die Stadt. Das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen: Mir eine Playlists mit alten und neuen Songs zusammenzustellen. Und dann beim Spazieren Musik zu hören und in Gedanken an einem Buch zu arbeiten. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Bis in den Mittag hinein zu schlafen. (Lustig, dass niemanden interessiert, dass man zuvor bis um sechs Uhr morgens gearbeitet hat, man gilt trotzdem als faul.) Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten …

Evelyn Waugh – Lust und Laster

Das Leben ist eine niemals endende Party und überhaupt ein Umstand, der nur durch den permanenten Rausch ertragen werden kann. Würde man mit Evelyn Waughs ursprünglich 1930 erschienenen, glänzenden Satire auf die entfesselte Partygesellschaft der Roaring Twenties ein Trinkspiel veranstalten, man könnte innerhalb kürzester Zeit so betrunken sein wie ihre Protagonisten. „Schätzchen, lass uns noch einen Drink nehmen“, ist der mutmaßlich am häufigsten gesprochene Satz in Evelyn Waughs ,Lust und Laster‘, das im Frühjahr in einer Neuübersetzung von pociao erschienen ist. Im Mittelpunkt der Feierwütigen steht Adam Fenwick-Symes, ein junger Schriftsteller, dessen fertiges Manuskript bei einer Einreise nach England als pornographisch konfisziert und vernichtet wird. Nicht nur sein mögliches Ticket zu Ruhm und Reichtum geht damit in Flammen auf, auch seiner losen Hochzeitsabsicht mit Nina können nun keine Taten mehr folgen. Schließlich heiratet Nina nur Männer mit Geld. So gern sie heiraten würde – um des Heiratens willen -, da hat sie ihre Prinzipien, die durch keinen Liebhaber dieser Welt gebrochen werden können. Es beginnt ein höchst amüsantes Spiel, bei dem Adam durch aberwitzige Situationen …

Doris Dörrie – Diebe und Vampire

Alice ist jung und in einer nicht näher definierten Beziehung zu einem arrivierten Dermatologen. Was sie mit ihm will und er mit ihr, ist unklar; auch für die beiden. Vielleicht sucht sie etwas zum Festhalten und er etwas zum Repräsentieren. Als das ungleiche Paar in Mexiko Urlaub macht, lernt Alice eine Frau kennen, die sie seitdem nur ,Die Meisterin‘ nennt. Eine Frau, die genau das ist, was Alice gern wäre. Unter der drückenden Hitze Mexikos urlauben Alice und ihr väterlicher Doktorenliebhaber, den sie dem Leser nur als Pe vorstellt, zwar gemeinsam; aber nicht etwa in leidenschaftlicher Umschlingung, sondern eher in fast zufälliger Beiläufigkeit. Die beiden passen nicht zusammen. Äußerlich nicht und in ihren Lebensentwürfen schon gar nicht. Pe ist erfolgreicher Dermatologe, war bereits verheiratet und hat Kinder, Alice ist jung und studiert sich etwas orientierungslos durch den linguistischen Fachbereich ihrer Universität. Irgendetwas aber hat sie zusammentreffen lassen und der ältere Liebhaber gibt nicht nur gern Kostproben seines Luxuslebens, Alice nimmt sie, wenn auch mit schlechtem Gewissen, ebenso gern an. Ihr geheimer Traum: Schriftstellerin zu werden. …

Bitte übernehmen Sie, Petra Hartlieb!

Das Schreiben begann für mich.. …mit einem Schulaufsatz zum Thema ,Was ist Liebe‘, bei dem ich 20 Zeilen abgegeben habe und ein ,Nicht genügend‘ kassiert hab. Ein Buch muss.. …zumindest eine Figur haben, die mir nicht egal ist. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. …welche verkaufen. Ein Kindheitstraum von mir war.. …ein Abenteuer, wie die Fünf Freunde erleben, ich wäre Georgina, natürlich mit Hund. Wenn ich nicht schlafen kann,.. …dann lese ich. Völlig unterschätzt wird,.. …wie wichtig der erste Satz ist. Wenn ich Musik höre, dann.. …kann ich dabei nicht lesen oder schreiben. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Ich schaue heimlich in anderen Buchhandlungen, ob meine Bücher eingekauft wurden. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es,.. …dass ich immer und überall schreiben kann, zum Glück. Literatur kann.. …dein Leben verändern. Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren und ist in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte in Wien Psychologie und Geschichte und arbeitete danach als Pressefrau und Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. Seit 2004 betreibt sie mit ihrem Mann eine Buchhandlung in Wien. Gemeinsam mit Claus-Ulrich …

Stefan Bachmann – Die Seltsamen

Stefan Bachmann ist ein Schweizer Autor. Geboren 1993 in Boulder/Colorado gilt er als neues literarisches Wunderkind. Bachmann lebt seit seinem 11. Lebensjahr in Zürich und studiert dort am Konservatorium mittlerweile Orgel und Komposition. Seinen Fantasyroman ,Die Seltsamen‘ schrieb er auf Englisch. Bachmann träumt davon, Filmkomponist zu werden und hat sogar die Trailermusik zu seinem Roman selbst komponiert. ,Die Seltsamen‘ – eine Fortsetzung ist für den Herbst geplant – erscheint in der Übersetzung von Hannes Riffel im Diogenes Verlag. Wer heute noch einen Fantasyroman veröffentlicht, ist entweder sehr mutig oder sehr wahnsinnig. Oder beides. Kein literarisches Genre wurde seit Herr der Ringe und Harry Potter so konsequent vermarktet, so gänzlich ausgehöhlt wie dieses. In kaum einem anderen Bereich strömen noch immer derart viele Neuerscheinungen, Prequels und Sequels und mehr oder weniger gute Kopien (von Kopien), auf den Markt, – ja, man könnte meinen, der Leser sei übersättigt. Habe sich sattgefressen an Hexen, Zauberern, Zauberschulen, Orks und diesen Schlachten, die über den Fortbestand der Welt entscheiden. Vielleicht ist das so. Vielleicht gibt es aber auch dennoch Gründe …