Alle Artikel mit dem Schlagwort: david garnett

Kurz und knapp rezensiert im Juni!

Im Juni geht es um feministische Essays, ein ungewöhnliches Zoo-Exponat und die russische Schwermut aus französischer Feder. Rebecca Solnits Essayband beginnt mit einer exemplarischen Partysituation: ein Mann belehrt Solnit, ungefragt und zunächst ohne es zu wissen, über ihr eigenes Buch. Es bedarf einiger Anstrengung, um ihn davon zu unterrichten, dass das Buch, aus dessen Besprechung er so übereifrig zitiert, von der Frau stammt, die ihm gegenüber steht. Gelesen hat er es selbst noch nicht. Worum es aber geht: mit dem 2/5-Wissen glänzen und das Revier abstecken. Von da aus reißt Rebecca Solnit mit ihren Essays zahlreiche feministische Themen an: die Marginalisierung von weiblichen Stimmen in Machtpositionen (verbunden mit der Schwierigkeit, als Frau überhaupt in solche Positionen zu gelangen), die Häufigkeit von Gewalt gegen Frauen, insbesondere in Form von Vergewaltigung, Machtverschiebungen und -differenzen und die eheliche Gleichstellung von Homosexuellen. Solnit ist eine scharfe Beobachterin, die klug und differenziert argumentiert und eigene, auch unkonventionelle Gedanken entwickelt. Am Ende steht eine anregende Sammlung ganz verschiedener Texte zu den Themen Feminismus und Gleichberechtigung, die offen zutage treten lassen, was …

David Garnett – Dame zu Fuchs

Bereits 1952 schon einmal im Rowohlt Verlag als „Meine Frau die Füchsin“ veröffentlicht, geriet David Garnetts kafkaeske Erzählung schließich wieder in Vergessenheit. Ebenso wie David Garnett, geboren 1892, Buchhändler und Verleger. Die Handlung ist schnell zusammengefasst: als die frisch vermählten Mr. und Mrs. Tebrick eines Tages in einem Wäldchen spazierengehen, verwandelt sich Mrs. Tebrick unerwartet in einen Füchsin. Das stellt ihr Zusammenleben und ihre Liebe auf eine harte Probe. David Garnett hatte eine Vorliebe für Geschichten mit Tieren. In „A Man In The Zoo“ erzählt er von einem Mann, der sich im Tierpark ausstellen lässt. Sein Erstlingswerk jedoch ist das enigmatische Kleinod „Lady Into Fox“, das erstmals 1922 veröffentlicht wurde. Es erzählt von dem Ehepaar Tebrick, dessen Ehe durch die Verwandlung von Mrs. Tebrick in ihren Grundfesten erschüttert wird. Ihr Fuchswerden geschieht plötzlich, grundlos, völlig unerwartet. Zwar sei ihr Name vor der Hochzeit Fox gewesen, darüber hinaus habe aber nicht das Geringste auf ein solches Schicksal hingewiesen. Benimmt sich Mrs. Tebrick zunächst noch sehr menschlich – sie lässt sich einparfümieren, ankleiden, isst am Tisch und …