Alle Artikel mit dem Schlagwort: comic

10 Graphic Novel Tipps Part 2

2014 habe ich zum ersten Mal empfehlenswerte Graphic Novels in einem Beitrag gesammelt. Mit dabei waren Klassiker wie Marjane Satrapi, Will Eisner, Art Spiegelman und der leider kürzlich verstorbene Jiro Taniguchi. Es ist Zeit für einen zweiten Teil. Paco Roca – Kopf in den Wolken Mit Paco Roca kann man eigentlich nie viel falsch machen. Ob mit Der Winter des Zeichners, la casa oder Kopf in den Wolken; Roca beweist stets einen Blick für die Details und Widrigkeiten menschlichen Miteinanders. Kopf in den Wolken erzählt auf mitfühlende und humorvolle Art von Emilio, dessen beginnende Demenz ihm langsam, aber stetig alle Selbstverständlichkeiten seines Lebens nimmt. Was bedeutet es, alt zu werden? Was bleibt von uns, wenn wir unsere Erinnerungen verlieren? Paco Roca: Kopf in den Wolken, aus dem Spanischen von André Höchemer, Reprodukt Verlag, 104 Seiten, 18 € Richard McGuire – Hier Dass die Vergangenheit immer auch in der Gegenwart präsent ist, zeigt Richard McGuires Meisterwerk Hier. Es kommt beinahe gänzlich ohne Text aus, von den Datumsangaben abgesehen und bildet ein Haus im Wandel der Zeit …

10 Graphic Novel Tipps

Viele würden sich gern mal an das Genre Graphic Novel heranwagen, finden aber den richtigen Einstieg nicht. Die Auswahl ist groß, die Qualität ist, wie überall, schwankend. Kürzlich erst habe ich die eher experimentell gestaltete Graphic Novel ,Jimmy Corrigan‚ vorgestellt, die sich vermutlich mehr an ein etwas geübteres Publikum richtet. Nun habe ich zehn weitere Tipps zusammengetragen, Klassiker und neuere Exemplare, die den Einstieg in die Welt der Comics erleichtern und ihre Vielfältigkeit abbilden. 1. Marjane Satrapi – Persepolis Ein absoluter Klassiker unter den Graphic Novels mit politischem Hintergrund. Marjane Satrapi wächst in Teheran zur Zeit der Islamischen Revolution auf. Viele ihrer Verwandten sind inhaftiert worden, Unruhen bestimmen das Land. Mit 15 verlässt sie den Iran und geht nach Wien, um dort in stabileren Verhältnissen eine Ausbildung zu beginnen. Doch was anfangs wie eine große Chance erscheint, entpuppt sich als sehr viel schwieriger als gedacht. ,Persepolis‘ wurde sogar zu einem Animationsfilm gemacht. Politisch, autobiographisch, authentisch! Marjane Satrapi – Persepolis, Süddeutsche Zeitung Edition, 347 Seiten, 9783866158719, 19,90 € 2. Will Eisner – Ein Vertrag mit Gott …

Antonio Altarriba & Kim – Die Kunst zu fliegen

Antonio Altarriba ist ein spanischer Autor, Literaturprofessor und Comickünstler. Seit den frühen 80er Jahren veröffentlicht er Romane, Anthologien, Comics und Essays. Für seinen Roman La Memoria de la Nieve wurde er sogar mit dem Baskischen Literaturpreis ausgezeichnet. Auch ,Die Kunst zu fliegen‘ wurde mehrfach mit Preisen bedacht, so u.a. mit dem Premio Nacional del Comic 2010. Kim, der mit bürgerlichem Namen Joaquim Puigarnau Aubert heißt, ist ein spanischer Comickünstler, dessen satirische Comicserie Martínez el Facha bereits als Klassiker spanischer Comickunst bezeichnet wird. ,Die Kunst zu fliegen‚ erschien in der Übersetzung von André Höchemer im avant-Verlag. Dass Comics längst ihrem unseriösen Image entwachsen sind, ist seit Art Spiegelman, Robert Crumb, Craig Thompson und Chris Ware eine anerkannte und kaum noch angezweifelte Tatsache. Kaum ein Thema, dem sich die Graphic Novel nicht widmen könnte. Joe Sacco und Guy Delisle sind allerorten bekannt für ihre eher journalistisch geprägten Veröffentlichungen. Was Antonio Altarriba dem Leser hier präsentiert, ist die Geschichte seines Vaters. Antonio Altarriba Lopes stürzte sich am 04. Mai 2001 aus dem vierten Stock des Seniorenheims, in dem …

Mairowitz & Montellier – Der Process

Chantal Montellier ist eine französische Autorin und Comiczeichnerin. Sie studierte an der Ecole des Beaux-Arts in St.Etienne und arbeitete als Lehrerin für Bildende Kunst. Montellier engagiert sich politisch. David Zane Mairowitz ist ein amerikanischer Schriftsteller. Er studierte Englische Literaturgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft. Neben seinen journalistischen Arbeiten hat er auch Theaterstücke, Kurzgeschichten und Hörspiele verfasst. Seit 1966 lebt Mairowitz in Europa, in Avignon und Berlin. Übersetzt wurde der dieser Adaption zugrunde liegende Text von Anja Kootz, erschienen ist er im Knesebeck Verlag. Man könnte fast meinen, wir erlebten dieser Tage sowas wie ein Kafka-Revival. Die Veröffentlichen häufen sich, das Interesse an seinem Schaffen ist bis heute ungebrochen, wenn es auch die Leserschaft spaltet. Anders als es Mairowitz gemeinsam mit Robert Crumb getan hat, wird hier nun mit Montellier ein bestimmtes Werk Kafkas in den künstlerischen Fokus gerückt. Es ist, neben der Verwandlung, vermutlich das bekannteste des tschechisch-deutschen Schriftstellers. Der Prozess. Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne, dass er etwas Böses getan hatte, wurde er eines Morgens verhaftet. So beginnt Kafkas posthum veröffentlichter Roman rund …

Guy Delisle – Aufzeichnungen aus Jerusalem

Guy Delisle ist ein kanadischer Comiczeichner. Er studierte Kunst am Sheridan College in Toronto und arbeitete nach seinem Abschluss bei einem Animationsstudio. Er ist bekannt für seine dokumentarischen Comics, die ihn bereits nach Shenzen, Pjöngjang, Birma und eben Jerusalem geführt haben. Für Aufzeichnungen aus Jerusalem wurde er auf dem Internationalen Comic-Festival Angoulême 2012 mit dem Preis für das beste Album ausgezeichnet. Delisles Comics erscheinen im Reprodukt Verlag. Für ein Jahr reist Guy Delisle mit seiner Frau, die für Ärzte ohne Grenzen arbeitet, nach Jerusalem. Und ein bisschen ist es wie die Reise in eine andere Welt. Während er seinen väterlichen und häuslichen Pflichten nachkommt, beginnt Delisle sich intensiv und vor Ort mit dem Nahost-Konflikt auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit vielen anderen Mitarbeitern der MSF und zahlreicher NGOs (Non Governmental Organization) wohnt er in einer Siedlung in Ost-Jerusalem und besucht verschiedenste zentrale Orte in Israel und Palästina, um mit den Menschen zu sprechen, sich selbst ein Bild zu machen. Dabei gelangt er in die Viertel ultraorthodoxer Juden, in die heiligen Stätten christlichen und muslimischen Glaubens, auf den Tempelberg …

David Zane Mairowitz & Robert Crumb – Kafka

David Zane Mairowitz ist ein amerikanischer Schriftsteller. Er studierte Englische Literaturgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft. Neben seinen journalistischen Arbeiten hat er auch Theaterstücke, Kurzgeschichten und Hörspiele verfasst. Seit 1966 lebt Mairowitz in Europa, in Avignon und Berlin. Robert Crumb ist ein amerikanischer Künstler und gehört wohl zu den bekanntesten und bedeutendsten Illustratoren und Comickünstlern der letzten Jahrzehnte. Gerade im Bereich der Underground-Comics, der Comics, die in Klein – oder Selbstverlagen veröffentlicht wurde, wirkte er schon in den 60ern tatkräftig mit. 1999 wurde Crumb auf dem Comic-Festival in Angoulême für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Lange war dieses Werk über Kafka nicht mehr erhältlich, nun hat der Berliner Reprodukt Verlag es in neuem Gewand wieder veröffentlicht. An Kafka scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Die einen halten den tschechisch-.deutschen Schriftsteller für überschätzt, die anderen für genial. Die einen sehen sein Werk als nahezu zwanghafte Auseinandersetzung mit verschiedensten Autoritäten, die anderen einen kleinen Jungen, der verzweifelt gegen die Übermacht seines Vaters kämpft. In allem mag vielleicht ein Körnchen Wahrheit stecken. Aber was wohl nahezu jeden erfasst, der Kafka liest – und …

Cécil & Brunschwig – Holmes (1)

Luc Brunschwig studierte Werbung und Marketing. Seit 1989 entwickelte er gemeinsam mit Laurent Hirn erfolgreiche Comicserien. Cécil studierte an der Kunstakademie in Bordeaux und arbeitete als Grafiker, Illustrator und Journalist. Auch er veröffentlichte bereits mehrere Comics, die ihm in Frankreich u.a. den Comicpreis der französischen Buchhändler eintrugen. (auf Deutsch erschienen z.B. Das Schmetterlingsnetzwerk mit Eric Corbeyran im Splitter-Verlag) Für beide ist die Holmes-Serie das bisher größte Projekt. Hin und wieder erwähne ich meine Liebe zum größten Meisterdetektiv aller Zeiten, meine Bewunderung für diesen von Logik und Ratio durchdrungenen Mann, den scheinbar keine Emotion in seinen Deduktionsfertigkeiten beirren kann. In meinem Zimmer prangt ein Sherlock-Holmes-Plakat, in meinem Regal steht eine Gesamtausgabe, bei meinen DVDs steht die gesamte Granada Serie mit Jeremy Brett. Es war gewissermaßen irgendwas zwischen notwendig und zwingend, dass dieses Comic in mein Regal wandert, zumal es sich hinsichtlich der Ausgangslage durchaus an Conan Doyle hält. 1891 stürzt Sherlock Holmes mit seinem Erzfeind Professor Moriarty, dem Strippenzieher allen ungesühnten Verbrechens Londons zu dieser Zeit, die Reichenbachfälle hinab und gilt fortan als tot. Das war …