Alle Artikel mit dem Schlagwort: ayelet gundar-goshen

Kurz und knapp rezensiert im Dezember!

Die Weihnachtstage sind so schnell vorübergegangen wie sie gekommen sind. Bis die Silvesterfeiern allerorts das neue Jahr einläuten, habe ich nochmal vier Bücher für euch, die ich im Dezember gelesen habe. Es geht um die Welt und unsere Zukunft, eine späte Rache, Lügen, die außer Kontrolle geraten und einen Unfall, der Leben verändert. Während vielerorts noch darüber gestritten wird, ob Flüchtlinge eine Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft darstellen und ob die Rückkehr zu nationaler Unabhängigheit nicht all unsere Probleme lösen könnte; während noch debattiert wird, ob der Klimawandel real ist und wie man Arbeitslose motivieren könnte, etwas zu leisten, finden ganz nebenbei die großen Umwälzungen statt. Philipp Blom beleuchtet in seinem Essay u.a. die wahrscheinlichen Folgen des voranschreitenden Klimawandels – Migration, unbewohnbare oder gänzlich verschwundene Gebiete – sowie die gravierenden Veränderungen des Arbeitslebens durch die Digitalisierung. Der Begriff der Arbeit und ihren Stellenwert werden wir überdenken müssen angesichts einer immer rasanter fortschreitenden Technisierung. Das Ziel heißt nicht mehr quasi Vollbeschäftigung, kann nicht mehr Vollbeschäftigung heißen, wenn Maschinen immer mehr Tätigkeiten übernehmen. Wir können nicht …

Ayelet Gundar-Goshen – Löwen wecken

Bei einer nächtlichen Fahrt nach Dienstschluss überfährt der Neurochirurg Etan Grien mit seinem Jeep einen illegalen Einwanderer. Die Überlebenschancen sind gering und so verlässt er den Ort des Geschehens, ohne den Unfall zu melden oder die Behörden zu informieren. Was dann folgt, wird sein Leben und seine Sicht über sich selbst grundlegend ändern. Ayelet Gundar-Goshen erzählt in ihrem zweiten Roman eine ungewöhnliche Geschichte, die auch politische Themen berührt. Etan Grien ist erfolgreich, glücklich verheiratet und Vater zweier Kinder. Nichts in seinem Leben ist besonders außergewöhnlich oder bemerkenswert, bis er eines Nachts mit seinem Jeep noch eine Fahrt hinaus in die Wüste unternimmt und dabei einen Eritreer übersieht, der ihm unversehens vor die Motorhaube läuft. Etan kann nicht mehr reagieren, der Mann ist so schwer verletzt, dass selbst eine schnelle Operation ihn nicht mehr retten könnte. Etan weiß das, er ist Neurochirurg, er weiß, wie die Chancen stehen, in so einem Fall zu überleben. Also entschließt er sich, fassungslos und unter Schock, wieder in den Wagen zu steigen und die Sache zu vergessen. Und wenn der …