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Bitte übernehmen Sie, Elias Hirschl!

Das Schreiben begann für mich… in der ersten Klasse Volksschule. Damals hab ich meine erste Geschichte geschrieben. Mit der Zeit wurden die dann immer länger (und hoffentlich auch besser). Ein Buch muss… in erster Linie gar nichts. Ein Buch das ich gerne lese muss aber interessant sein und zu irgendetwas auf irgendeine Weise einen neuen Zugang eröffnen. Außer wenn es einfach nur unterhalten soll, dann kann es auch übelster Schrott sein, solange es irgendwie witzig ist. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich… meine Gedanken bei weitem nicht so gut ordnen und würde tendenziell durchdrehen. Allerdings würd ich dann vermutlich mehr Musik machen. Ein Kindheitstraum von mir war… Autor zu werden. Aber auch Wissenschaftler, Film-Regisseur und Musiker. Wenn ich nicht schlafen kann… mach ich mich vollständig über den Umstand verrückt, dass ich nicht schlafen kann, wodurch ich dann erst recht nicht schlafen kann. Wenn irgendjemand ein wirksames Rezept gegen Schlaflosigkeit hat, soll er/sie sich bei mir melden! Völlig unterschätzt werden… Fußnoten! Jede Menge Fußnoten. Und Mathematik. Wenn ich Musik höre… fühle ich mich jeh …

Bitte übernehmen Sie, Mariana Leky!

Das Schreiben begann für mich … ..mit dem Lesen von „Pitje Puck, der freundliche Briefträger“. Ein Buch muss … ..zumindest ein paar Sätze beinhalten, die man sofort feierlich dem Nachbarn vorlesen möchte. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. ..verzweifeln oder umschulen. Ein Kindheitstraum von mir war … ..ein Bart. Dieser Wunsch wird sich vielleicht im Alter erfüllen. Wenn ich nicht schlafen kann … ..sehe ich Gespenster und bewerfe sie mit Fachliteratur (Autogenes Training leicht gemacht, Schlafen leicht gemacht, etc). Völlig unterschätzt wird … ..zumindest in meinem Umfeld, die Musik von Melissa Etheridge. Wenn ich Musik höre … ..scheint, je nach Musik, alles halb so wild oder noch viel wilder. Ich erfülle folgendes Autorenklischee: Ich errichte einwandfreie Schreibblockladen und klage dann darüber. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es… ..vor einer Abreise so lange auf den Herd zu starren, bis ich nicht mehr beurteilen kann, ob er an oder aus ist. Literatur kann … Gespenster treffen. Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband ›Liebesperlen‹ (2001), die …

Bitte übernehmen Sie, Arno Frank!

© Bernd Hartung Das Schreiben begann für mich … mit neun Jahren, als ich eine Fortsetzung von „Krieg der Sterne“ schrieb. Ein Buch muss … mich mit der Geschichte oder der Sprache packen, bestenfalls beides. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich … mehr journalistische Texte schreiben. Ein Kindheitstraum von mir war … Schriftsteller werden. Wenn ich nicht schlafen kann … stimmt etwas nicht, ich kann immer schlafen. Völlig unterschätzt wird … die Zeit, die Menschen mit „binge watching“ vertrödeln (aber für Bücher haben sie „keine Zeit“). Wenn ich Musik höre … schaffe ich es bestenfalls in eine vollkommene Absence. Ich erfülle folgendes Autorenklischee: Schreibe mit Bleistift in mein schwarzes Notizbuch. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es … gerne Motorrad zu fahren, nicht schnell, aber weit. Literatur kann … Leben retten. Arno Frank, geboren 1971 in Kaiserslautern, ist Publizist und freier Journalist. Er schreibt u.a. für die taz, Die Zeit, Spiegel Online, Dummy, Fluter und den Musikexpress. Er lebt mit seiner Familie in Wiesbaden. Unlängst erschien sein Debütroman So, und jetzt kommst du.

Bitte übernehmen Sie, Niah Finnik!

Das Schreiben begann für mich,.. als ich wissen wollte, was in den anderen vorgeht. Und was ich selbst davon halte. Ein Buch muss.. was mit mir machen. Wenn ich keine Bücher schreiben würde,.. könnte ich noch Betten, Brillen und Tische bauen. Ein Kindheitstraum von mir war.. zu fliegen. Ganz ohne Flugzeug, Fallschirm und Funkturm. Wenn ich nicht schlafen kann,.. zieh ich mir etwas über und laufe durch die Stadt. Völlig unterschätzt wird: Loslassen. Wenn ich Musik höre,.. verheddern sich meine Gedanken nicht mehr ineinander. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Brille und blass. Ob das charmant ist, kann ich nicht sagen. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es,.. dass Normale seltsam zu finden. In der Literatur.. kann ich alles tun, womit ich sonst nicht so leicht durchkommen würde. Foto: Niah Finnik Niah Finnik wurde 1988 geboren und studierte Produktdesign, bevor sie begann zu schreiben. Sie ist Asperger-Autistin. Ihre Texte kennzeichnet eine besondere Sicht auf die Welt. Ihr Debüt Fuchsteufelsstill ist im Ullstein Verlag erschienen.

Bitte übernehmen Sie, Stefan Beuse!

© Simone Scardovelli Das Schreiben begann für mich … als eine Art Notwehr. Ein Buch muss … mich mit den ersten Sätzen kriegen, sonst lese ich nicht weiter. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich … mir schon mal einen Platz in der Geschlossenen suchen. Ein Kindheitstraum von mir war … Pilot, Regisseur, Rockstar, Superheld. Etwa in dieser Reihenfolge. Wenn ich nicht schlafen kann … versuche ich, nicht daran zu denken, dass ich nicht schlafen kann. Völlig unterschätzt wird … die bewusstseinserweiternde Wirkung von Bloc Partys „Positive Tension“ spätestens ab Minute 2:33.   Wenn ich Musik höre, … ist alles nicht mehr so schlimm. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Ich kenne nur uncharmante Autorenklischees, aber die erfülle ich fast alle. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es … mir ständig neue Notizbücher und Stifte zu kaufen und nichts davon je zu benutzen. Literatur kann … Leben retten oder zerstören, Kriege auslösen, die Welt retten, wahnsinnig nerven und molekülzerfetzend glücklich machen. Stefan Beuse, *1967, lebt in Hamburg. Er arbeitete u.a. als Texter, Fotograf und Journalist. Für …

Bitte übernehmen Sie, Tijan Sila!

© Sven Paustian Das Schreiben begann für mich.. im Grundschulalter, allerdings schrieb ich zunächst Gedichte. Ein Buch muss.. gar nichts. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. fünf Mal wöchentlich Sport machen. Ein Kindheitstraum von mir war.. Olympisches Fechten. Wenn ich nicht schlafen kann.. lese ich, oder räume den Schreibtisch auf. Völlig unterschätzt wird.. Spazieren und Verzicht. Wenn ich Musik höre,.. so mit Kopfhörern. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Ich mag Ausdauersport. Ich mag Katzen. Ich mag Kaffee. Ich mag mich. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es.. Ich habe mir bosnische Aberglauben behalten, die mit Abwehrhandlungen vor bösen Geistern und Schicksalsschlägen einhergehen. Wenn ich etwa von Todes- oder Erkrankungsfällen höre, spucke ich aus und mache einen Schritt zur Seite. Literatur kann.. Im besten Fall Grenzen aufweiten. Tijan Sila kam 1981 in Sarajevo zur Welt und emigrierte 1994 mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg. Heute lebt er in Kaiserslautern, wo er als Lehrer an einer Berufsschule arbeitet. »Tierchen unlimited« ist sein erster Roman.

Bitte übernehmen Sie, Doris Brockmann!

Das Schreiben begann für mich .. mit heimlich in rote Kladden geschriebenen Internatsgeschichten, in denen immer ein Bernhardiner vorkam. Ein Buch muss .. ein Zimmer sein, in das man sich setzt und Vertrautes erkennt, aber als etwas Anderes. Manchmal entdeckt man auch völlig Neues und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mindestens ein Mal muss dieses Zimmer die Lesenden zum Lachen bringen. Mindestens. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich .. versuchen, endlich damit anzufangen. Ein Kindheitstraum von mir war .. Weltmeisterin im Rollschuhlaufen zu werden. Wenn ich nicht schlafen kann .. neige ich zum Grübeln. Um das zu verhindern, male ich mir Bilder zu Geschichten aus. Dann drücke ich mit festem Augenzudrücken schlechte Zweifel weg und warte darauf, dass sich Bilder einstellen, die mich verwundern und kribbelig machen. Völlig unterschätzt wird .. die Bedeutung von Freundlichkeit. Wenn ich Musik höre .. kann ich ganz schön sentimental werden. Noch lieber aber möchte ich sofort lostanzen. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee .. „Wir müssen allein und von allen verlassen sein, wenn wir eine Geistesarbeit …