Kultur
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6 Tipps für #verlagebesuchen

Am 23. April wird wieder landauf landab der Welttag des Buches begangen. Bereits im letzten Jahr gab es mit #verlagebesuchen, in noch deutlich kleinerem Rahmen, ein neues Veranstaltungsformat, das Interessierten einen Blick hinter die Kulissen der Verlagsbranche ermöglichte. In diesem Jahr kann man mit über 80 teilnehmenden Verlagen von einer weit größeren Dimension sprechen.

Sie sitzen in Berlin, Hamburg und München, aber auch in Paderborn, Bielefeld, Dresden oder Kassel. Die deutsche Verlagslandschaft ist glücklicherweise noch immer vielfältig und das bildet sich in einem Projekt wie #verlagebesuchen ab. Am Wochenende rundum den Welttag des Buches öffnen sich die Türen von Fach- und Sachbuchverlagen, Belletristikverlagen, Kunstbuchverlagen, Digitalverlagen, Kinder- und Jugendbuchverlagen. Als BesucherIn kann man u.a. ein Kochbuch konzipieren, erleben wie Hörbucher entstehen oder einfach eine Menge Fragen stellen, die einem als Außenstehendem so auf der Seele brennen. Ich habe sechs Veranstaltungen herausgepickt, die mich persönlich am meisten interessieren. Hier könnt ihr aber selbst einen Blick auf das vielfältige Gesamtprogramm werfen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei!

Reprodukt (Berlin)

21.April; 17:00 – 18:00

Als große Freundin von Graphic Novels interessiert mich natürlich besonders, wie Comics verlegt werden und welche Prozesse sie auf dem Weg zur Veröffentlichung durchlaufen. Auf diese Fragen hat der Berliner Reprodukt Verlag Antworten parat, da heißt es: In den Weddinger Büroräumen von Reprodukt bekommen Sie einen Eindruck, was dahinter steckt Comics zu verlegen – vom ersten Kontakt mit ComiczeichnerInnen, über Handlettering bis zum Druck, Vertrieb und Pressearbeit. Reprodukt ist in diesem Jahr der einzige reine Comicverlag, der an #verlagebesuchen teilnimmt. Wer diesbezüglich also Interesse hat: auf, auf!

Verbrecher Verlag (Berlin)

21.April; 14:00-15:00 Uhr

Im Verbrecher Verlag kann man sich an diesem Wochenende nicht nur in den Räumlichkeiten des Verlages umsehen, sondern auch mit Andreas Spechtl (Ja, Panik) und Hendrik Otremba (Messer) ins Gespräch kommen. Beide sind Musiker und haben im Verlag unlängst ihre Bücher veröffentlicht. Sie werden daraus lesen und über den Unterschied sprechen zwischen dem Schreiben von Büchern und dem von Songtexten.

Hörbuch Hamburg (Hamburg)

21.April; 14:00 – 15:30 Uhr

Wie entsteht ein Hörbuch? Mit welchen Sprechern arbeitet der Verlag zusammen? Wann und warum wird gekürzt? Hörbuch Hamburg verantwortet ganz unterschiedliche Produktionen, von Daniel Glattauer und Dave Eggers, über die vertonte Neuübersetzung von Dos Passos‘ Klassiker Manhattan Transfer. Hier würde ich wirklich gern mal Mäuschen spielen. Wem Hamburg zu weit entfernt ist, der findet auch andernorts Hörbuchverlage, die ihre Pforten öffnen; z.B. Audio Media in München und speaklow in Berlin.

Edition Nautilus (Hamburg)

21.April, 16:00 – 17:30 Uhr

Seit 40 Jahren steht die Edition Nautilus für unabhängiges Verlegen. Lange bevor Frank Witzel den Deutschen Buchpreis erhielt, hat er bei Nautilus veröffentlicht. Mit Reihen wie der Nautilus Flugschrift oder den kürzlich gestarteten Utopien für Hand und Kopf zeigt sich der Verlag seit jeher auch dezidiert politisch. Man ist bereit, sich in den Verlagsräumen Löcher in den Bauch fragen zu lassen. Man kann etwas erfahren von der Verlagsgeschichte und reinschnuppern ins neue Programm.

Argument mit Ariadne (Hamburg)

21.April, 17:00 – 19:00

Ich bin nicht unbedingt bekannt für meine Liebe zu Kriminalliteratur, obwohl ich auch gern mal einen guten Krimi lese. Oft kommt er dann aus dem Hause ariadne, das zum bereits seit 1959 bestehenden Argument Verlag gehört. Else Laudan, Verlegerin, Übersetzerin und Lektorin, wird an diesem Abend über die Arbeit an Manuskripten sprechen, über das neue Programm und den Mut zu politischen Themen, auch im Krimi. (außerdem: diese „Lesen statt Putzen“-Tasche erweckt in mir starke Sympathien!)

mikrotext & Frohmann (Berlin)

22.April 14:00 – 16:00 Uhr & 23.April 14:00 – 16:00 Uhr

Digitalverlage werden völlig zu Unrecht häufig immernoch als Sammelbecken wahrgenommen für alles, was vermeintlich zu schlecht, um gedruckt zu werden. mikrotext zeigt, dass dieses Vorurteil einfach unhaltbar ist. Nikola Richter wird Einblick geben in die Arbeit als Digitalverlegerin (trotzdem im Verlag auch bereits gedruckte Bücher erschienen sind, liegt das Hauptaugenmerk auf digitaler Publikation). Mitbringen wird sie außerdem die Autorin Arunika Senarath, deren Debüt Diese eine Nacht gerade im Verlag erschienen ist. Auch der Frohmann Verlag veröffentlicht überwiegend digital und entwickelt immer wieder auch partizipative Publikationsformate. So präsentiert Christiane Frohmann auf einer Gartenlesung die E-Book Anthologie Gastfreundschaft, zu der man bis vor einigen Tagen noch eine eigene Geschichte beitragen konnte. Außerdem wird es ein Gespräch mit Leander Wattig zum Orbanism Projekt geben.

Bild: Stocksnap.io

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