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Bitte übernehmen Sie, Frank Rudkoffsky!

© Ronny Schönebaum

Das Schreiben begann für mich..

in der Grundschule mit geradezu bizarr schlecht gezeichneten Comics und vermeintlich witzigen Kürzestgeschichten über senile Filmhelden. Später musste ich mich dann einige Schubladenromane lang an frühen Vorbildern abarbeiten, ehe ich zu meiner eigenen Stimme fand.

Ein Buch muss..

mich gleichzeitig unterhalten und herausfordern. Sprache und Plot sind mir wichtig – im Zentrum müssen aber immer glaubhafte Figuren stehen, mit denen ihr Schöpfer gerne auch gnadenlos umgehen darf. Vielleicht sogar muss.

Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich..

sie ja immer noch jemandem diktieren. Und ihm dabei mit den freien Händen etwas Leckeres kochen. Stenographiekenntnisse wären jedoch von Vorteil: Langsam sprechen gelingt mir nur bei Lesungen.

Ein Kindheitstraum von mir war..

mit Mitte dreißig mittelloser Schriftsteller zu sein. Nur jünger. Und weniger mittellos.

Wenn ich nicht schlafen kann..

wälze ich mich so lange herum, bis ich fluchend aufstehe und mir Sätze wie diese ausdenke: „Bastian hat die Zeitreiseexperimente langsam satt. Es ist seit Nächten dasselbe: Wenn Nina morgens neben ihm aufwacht und ausgeschlafen in den neuen Tag startet, ist er meistens noch von gestern.

Völlig unterschätzt wird..

in Süddeutschland Lakritze.

Wenn ich Musik höre..

bedauere ich oft, dass mir jegliches musikalisches Talent fehlt. Das einzige Lied, das ich je für meine Tochter „erfunden“ habe, entpuppte sich schnell als Titelmelodie einer alten Spiderman-Serie. Immerhin: Ich treffe ein paar Töne.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Hin und wieder sitze ich gerne alleine am Tresen und beobachte Menschen. Und wenn ich lange genug sitzen bleibe, kommt manchmal noch das eine oder andere Klischee dazu.

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es..

stundenlang an Playlists herumzubasteln – besonders, wenn ich Gäste erwarte. Die schenken meinem missionarischen Eifer meist jedoch nur wenig Beachtung und drehen spätestens beim vierten Bier die Musik leiser, um einander YouTube-Videos zu zeigen.

Literatur kann..

uns den Blick schärfen (und ihn manchmal sogar korrigieren): auf uns selbst und andere, auf unser Miteinander und die Welt, in der wir leben.

Frank O. Rudkoffsky, geboren 1980 in Nordenham, hat in Tübingen Allgemeine Rhetorik, Neuere Deutsche Literatur und Politikwissenschaft sowie am Studio Literatur und Theater studiert. Derzeit lebt er in Stuttgart als Autor und Mitherausgeber der Literatur- und Kunstzeitschrift ]trash[pool. Nach mehreren Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien erschien im Herbst 2015 sein Debütroman „Dezemberfieber“ beim Verlag duotincta. Darüber hinaus ist er Mitherausgeber des karitativen E-Books „Willkommen. Blogger schreiben für Flüchtlinge“, das Anfang Dezember 2015 bei Mikrotext erscheint. Auf www.rudkoffsky.com bloggt er über Literatur und sein eigenes Schreiben.

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