Kultur
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Der zweite Tag in Klagenfurt

© ORF/ Johannes Puch

Der zweite Lesungstag ist vorbei und war diesmal von deutlich mehr Dissonanzen innerhalb der Jury geprägt. Selten war man sich über einen Text wahrhaft einig, sieht man einmal ab von Monique Schwitter – deren Text allerdings wenig Anklang innerhalb der lesungsbegleitenden Twittergemeinde fand. Klaus Kastberger attestierte Juri Steiner ein Talent dafür, noch das banalste Stück Text mittels besonderer interpretatorischer Fähigkeiten in schöne Literatur verwandeln zu können. Ein bisschen Beef gab es also und wenig klare Favoriten. Die Geister schieden sich sowohl an den heimischen Geräten wie auch in Klagenfurt selbst. Es geht eine Menge um Wut, Hilflosigkeit, Ohnmacht und die Beschissenheit der Dinge.

Peter Truschner,RTL-Reptil‘

"39. Tage der deutschsprachigen Literatur", "Ingeborg-Bachmann-Preis 2015 - Lesungen und Diskussionen." Am 5. Juli 2015 wird in Klagenfurt am Wörthersee der 39. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2015 finden vom 1. bis 5. Juli im ORF-Theater des ORF-Landesstudios Kärnten statt. Alle Lesungen und die Preisvergabe live auf 3satIm Bild: Autor Peter Truschner.  SENDUNG: 3sat - DO - 02.07.2015 - 10:00 UHR. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung.  Foto: ORF/Puch Johannes.  Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion.  Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

© ORF/Johannes Puch

In seiner körperlichen Präsenz erinnert Peter Truschner unweigerlich an einen resoluten Türsteher, sein Text ,RTL-Reptil‘ evoziert allein aufgrund seines Titels sofort Bilder aus dem, was man gern liebevoll-versachlichend das Prekariat nennt. Ein junger Mann sitzt allein in seiner Wohnung und beobachtet Migranten, die in den Mülltonnen wühlen. Er ist angeekelt, lässt seine Gedanken schweifen. Es geht, wieder einmal, um den emotionslosen Zweckbeischlaf, um misslungene Masturbation, um das Pokerspiel und den Reiz, der darin zu liegen scheint, sein Anfängerglück empfindlich zu überdehnen. Der Erzähler hat Spielschulden und um die zu begleichen, bewegt sich der ganze Erzählfluss teleologisch auf eine einzige Tat zu, auf einen Einbruch, der gewaltsam endet. Der Text verschont uns nicht, wenn es um so platte Wendungen geht wie ,RTL-Reptile mit Hackfresse‘ oder ‚ferngesteuerte Lebensabend-Besitzer‘ und das ist eines seiner zahlreichen Probleme. Auch die Jury moniert, ähnlich wie am gestrigen Tag bereits bei Sven Recker, die Schablonenhaftigkeit und Berechenbarkeit des Textes. Er sei, so Klaus Kastberger, ein „sehr großer Haufen von Floskeln“, Hildegard Keller sieht eine „Möchtegern-Ausdruckshaltung und Welterklärungspose“, vor der man den Text nicht mehr retten kann. Er erzähle viel zu viel, lasse kaum noch Raum für eigene Interpretation und Spekulation, – es ist bereits von vornherein klar, was der Text zu sagen versucht. Das macht ihn zwangsläufig reizlos und abgeschmackt, irgendwie leer und berechenbar. Übrigens: Eine „Möchtegern-Ausdruckshaltung und Welterklärungspose“ findet sich auch im letzten Text des heutigen Tages, gewissermaßen bildet sie den Rahmen. Die Frage bleibt dabei immer, wie ernstgemeint eine solche Haltung sein kann oder ob sie nicht selbst längst schon wieder ihre eigene Persiflage ist. Trotzdem Peter Truschners Text, für meine Begriffe, nicht so schlecht anfing, hat er sich von diesem Knick nicht mehr erholen können, der unweigerlich den Sinkflug ins Flachland einleitete.

Hier könnt ihr den Text nachlesen.

Falkner – ,KRIEGER SEIN BRUDER SEIN

"39. Tage der deutschsprachigen Literatur", "Ingeborg-Bachmann-Preis 2015 - Lesungen und Diskussionen." Am 5. Juli 2015 wird in Klagenfurt am Wörthersee der 39. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2015 finden vom 1. bis 5. Juli im ORF-Theater des ORF-Landesstudios Kärnten statt. Alle Lesungen und die Preisvergabe live auf 3satIm Bild: Autorin Falkner  SENDUNG: 3sat - DO - 02.07.2015 - 10:00 UHR. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung.  Foto: ORF/Puch Johannes.  Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion.  Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

© ORF/Johannes Puch

Bereits bei Falkner (die eigentlich Michaela Falkner heißt, aber unter ihrem Künstlernamen antritt) beginnen sich hinsichtlich der Rezeption Gräben aufzutun. Bereits das Videoporträt ist grenzüberschreitend manieriert, Falkner schreibe darüber hinaus keine Texte mehr, sondern nur noch Manifeste, die sie mit fortlaufenden Nummern versieht (diesmal: 47). Ihr Text entzieht sich schon vom ersten Moment an jeder reflexhaften Einordnung, er lebt vom Vortrag und hat eindeutige Zuordnungen gleich mit sämtlichen strukturierenden Satzzeichen begraben. Scharfschützen sitzen auf Kirschbäumen und feuern auf die Lebenden, die sie nicht als Menschen empfinden. Sobald sie irgendwo zusammenkommen, müssen sie vereinzelt und wie Vieh auseinandergetrieben werden, gedemütigt und schließlich gnadenlos erschossen. Wie in einer gebetsmühlenartigen Selbstversicherung werden immer wieder Abschnitte des Textes wiederholt. Manches sickert erst dadurch ins Bewusstsein, anderes verliert in der Wiederholung seinen Schrecken. „Berührungen sind unter allen Umständen zu vermeiden“, sagt der Text und das ist sowohl körperlich wie auch psychisch zu verstehen. Es findet klare Abgrenzung statt zu denen, die vermeintlich keine Menschen sind, – es ist ein wahres Blutbad unter Kirschblüten. Falkner schickt damit immerhin einen erfrischend anderen und polarisierenden Text ins Rennen, der, wie ich finde, nachwirken muss. Es ist leicht, ihn zu schnell zu verurteilen, weil er angesichts diverser Versuche, ihn zu packen, eine erstaunliche Zähigkeit beweist. Auch die Jury ist gespalten, referiert über vielerlei, unter anderem über die Gattung des Manifests und inwiefern man in Falkners Fall überhaupt noch von einem sprechen könne. Auch ob es eine Allegorie sei auf irgendetwas, blieb unklar. Auf „die Staatsmacht“ womöglich, schlug Meike Feßmann vor, findet den Text insgesamt aber ,ergebnislos‘. Von einer politischen Parabel ist da von seiten Sandra Kegels die Rede. Obwohl alle einhellig das Konzept hinter dem Text zu durchschauen meinen, ist der Erfolg seiner Umsetzung mindestens fragwürdig. Für mich persönlich steht der Text in großem Maße für erzwungene Individualisierung, Vereinzelung und den Schrecken in der Idylle. Mitnichten so unzugänglich verkünstelt wie er mir zu Beginn erschien.

Hier könnt ihr den Text nachlesen.

Tim Krohn – ,Zum Paradies

"39. Tage der deutschsprachigen Literatur", "Ingeborg-Bachmann-Preis 2015 - Lesungen und Diskussionen." Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2015 finden vom 1. bis 5. Juli im ORF-Theater des ORF-Landesstudios Kärnten statt, die mit der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises am 5. Juli enden. Die Eröffnung des Bewerbes mit der Auslosung der Lesereihenfolge erfolgt am Mittwoch, dem 1. Juli. Gelesen und diskutiert wird von Donnerstag, dem 2. Juli bis Samstag, dem 4. Juli. Am Sonntag (5. Juli) findet die Schlussdiskussion mit der Preisvergabe statt. Alle Lesungen und die Preisvergabe werden live auf 3sat übertragen. Moderation: Christian Ankowitsch.Im Bild: Tim Krohn. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich fuer die redaktionelle Berichterstattung in Zusammenhang mit Sendungen oder Veranstaltungen des ORF. Foto: ORF/Rolf Canal. Andere Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

© ORF/ Rolf Canal

Das Reh dürfte durch Tim Krons Text überraschend zu Popularität gelangt sein. Ausgehend von der biblischen Schöpfungsgeschichte erzählt ,Zum Paradies‘ die Eroberung der Welt mittels roher Gewalt. Adam und Eva sind nach ihrer Vertreibung aus dem Garten Eden auf der Suche nach einem neuen Ort, den sie besiedeln und beleben können. Adam ist sich uneins darüber, ob er es gut findet, von Gott beobachtet zu werden oder nicht viel reizvoller, sich abseits dieses Blicks kennenzulernen. Er fragt sich, ob das Töten von Tieren durch Hunger legitimiert wird. Und dort beginnt das Martyrium des Rehs, denn die Nahrungsbeschaffung gestaltet sich schwierig. Adam trifft auf äsende Rehe, richtet das Wort an sie, rechtfertigt sein Töten, spricht sich selbst Mut zu. Er versucht, ein Reh zu töten und es misslingt ihm. Zuerst ist es die Schuld, die ihn bremst, dann die Notwendigkeit, die ihn treibt und die Schuld vergessen lässt. Wer ist er schon, den natürlichen Lauf der Dinge in Frage zu stellen? Trotz alledem ist er nicht erfolgreich, Eva erledigt schließlich die „Drecksarbeit“. Tim Krohns Aus – und Umgestaltung der Schöpfungsgeschichte wird von der Jury unterschiedlich aufgenommen. Apart und interessant sagen die einen, stellenweise putzig gar, Hubert Winkels hingegen findet den Text auf „groteske Weise misslungen“. Selbst ein „Grundlagenpapier“ zum Veganismus vermeint man erkennen zu können. Ist das Töten und Essen von Tieren moralisch vertretbar? Darauf kann und will der Text (glücklicherweise) keine abschließende Antwort geben. In seiner vielgestalten Ausprägung von Flora und Fauna, in die der erste Mensch Einzug hält, ist der Text zwar kein heißer Favorit, völlig unter ferner liefen aber ist er auch nicht. Einer der schönsten Tweets dazu kam, um das an dieser Stelle hervorzuheben, von David Hugendick (@davidhug):

Hier könnt ihr den Text nachlesen.

Monique Schwitter – ,Esche

"39. Tage der deutschsprachigen Literatur", "Ingeborg-Bachmann-Preis 2015 - Lesungen und Diskussionen." Am 5. Juli 2015 wird in Klagenfurt am Wörthersee der 39. Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben. Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2015 finden vom 1. bis 5. Juli im ORF-Theater des ORF-Landesstudios Kärnten statt. Alle Lesungen und die Preisvergabe live auf 3satIm Bild: Autorin Monique Schwitter.  SENDUNG: 3sat - DO - 02.07.2015 - 10:00 UHR. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung.  Foto: ORF/Johannes Puch.  Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion.  Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

© ORF/Johannes Puch

Monique Schwitter inspiriert Klaus Kastberger zu der Gattungsschöpfung des Bonsai-Barock, den er in diesem Text verwirklicht sieht. Ein Text, der von ständigen Verästelungen und Erweiterungen lebt, von den Wucherungen seines Personenkabinetts. Nathanael und die Erzählerin streifen durch den Buxtehuder Wald, auf der Suche nach einem Grab für Nathanaels demente Mutter. Ihr Mann Achim plant bereits die Beerdigung, seine Freundin Julika hat einen Baum als Partnergrab gemietet, erweiterbar bis auf acht Personen. Neben der Frage, wo sich der entsprechende Baum befindet, versucht man sich nun darüber einig zu werden, wer wo und neben wem zu liegen kommen sollte – oder eben besser nicht. Es geht um die Liebe, ihre verschiedenen Ausprägungen, aber auch um ihre Vergeblichkeit. Es geht darum, was viele Menschen für Liebe halten, so zum Beispiel Wolfs Füttern der ohnehin bereits beleibten Bärbel. Er ist hager, sie bewegungsunfähig. Viele Lebensentwürfe und Personen prallen hier aufeinander, manch einem wird das bereits zu viel. Die Jury ist einhellig begeistert vom Text, während online Ratlosigkeit bis Abneigung vorherrschen. Schwitters Text sei frech, glänzend komponiert und sorgfältig gearbeitet. Klaus Kastberger würde ihn sich gar auf den Schreibtisch stellen, wäre er in gegenständlicher Form vorhanden. Man fand Anklänge an E.T.A. Hoffmann und sprach über die Metaebene von Buxtehude als Niemandsland im Nirgendwo. Interessant, wie hier die Wahrnehmung von Jury und Online-Publikum so diametral entgegengesetzt verlief. Aus Jurysicht ist sicher Monique Schwitter die Favoritin des Tages.

Hier könnt ihr den Text nachlesen.

Ronja von Rönne – ,Welt am Sonntag

"39. Tage der deutschsprachigen Literatur", "Ingeborg-Bachmann-Preis 2015 - Lesungen und Diskussionen." Die Tage der deutschsprachigen Literatur 2015 finden vom 1. bis 5. Juli im ORF-Theater des ORF-Landesstudios Kärnten statt, die mit der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises am 5. Juli enden. Die Eröffnung des Bewerbes mit der Auslosung der Lesereihenfolge erfolgt am Mittwoch, dem 1. Juli. Gelesen und diskutiert wird von Donnerstag, dem 2. Juli bis Samstag, dem 4. Juli. Am Sonntag (5. Juli) findet die Schlussdiskussion mit der Preisvergabe statt. Alle Lesungen und die Preisvergabe werden live auf 3sat übertragen. Moderation: Christian Ankowitsch.Im Bild: Ronja von Rönne. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich fuer die redaktionelle Berichterstattung in Zusammenhang mit Sendungen oder Veranstaltungen des ORF. Foto: ORF/Carolin Saage. Andere Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

© ORF/Carolin Saage

Sie war vermutlich die Kandidatin, die von den meisten gespannt erwartet wurde. Sei es, um sie zu bejubeln oder sie gleichermaßen in der Luft zu zerreißen. Ronja von Rönne, Redakteurin der Welt, polarisiert durch und durch – und verzichtete als einzige auf ein Videoporträt. In der Jury geht am Ende ein deutlicher Riss aus Ratlosigkeit, Wohlwollen und unverhohlenem Ärger durch die Reihen. Von Rönnes Text beginnt mit dem verkaterten Erwachen in einem Hotelzimmer, das so auch schon auf ihrem Blog zu lesen war und hier im Bewerb um so einige Passagen erweitert und mit diversen Bissigkeiten angereichert ist. Es ist ein selbstreferentieller Text, der sich aus ironisch-misanthropischer Distanz über die Welt erhebt. Die strunzdummen Studentinnen trinken Ingwertee, während die Ich-Erzählerin die Welt begreift und Dienstreisen nach Karlsruhe unternimmt. Zwar ist der Text, der so gut und gern auch gänzlich in einem Blog hätte stehen können, rotzig und stellenweise ziemlich unterhaltsam, frech aber ist er nicht. Er ist bloße Attitüde und leere Geste. Sich bloß von allem ironisch distanzieren wollen, das ist die Zwangsvorstellung, die er zum Credo erhebt. Das ist manchmal witzig, insgesamt aber anstrengend. Es wirkt belehrend und anbiedernd, wo es lässig und cool sein will. Nun kann man Ronja von Rönne natürlich mitnichten unterstellen, dass diese Schnoddrigkeit ihre eigene ist und sie deshalb kritisieren. Aber selbst, wenn das nicht bloß Weltschmerz über Youtube-Püppchen und dm-Hauls ist, fehlt es ein bisschen an Substanz. Und altbacken von mir in den Raum geworfen: an Ernsthaftigkeit. In einer Erzählhaltung wie dieser steckt immer die implizite Überzeugung, all dieses Schmierentheater längst durchschaut und dennoch keine Idee zu haben, wie man es beenden kann. Deshalb muss man halt trotzdem mitspielen, kann aber am Rand stehen und ätzen. Ich mag’s, wenn geätzt wird, aber fundiert und nicht mit dieser „ich mein’s ja eigentlich gar nicht so“-Attitüde. Als von Rönne zu Ende gelesen hat, herrscht eine Stille, wie man sie zuvor beim Bewerb noch nicht gehört hat. Die Jury schweigt. Meike Feßmann zeigt sich verärgert ob dieser himmelschreienden Banalität. Hubert Winkels sucht seine Autorin zu verteidigen, indem er ein Spannungsverhältnis zwischen Anpassung und Abgrenzung herausarbeitet. Hier und da schwammige Äußerungen über die vermeintlichen Qualitäten, man wirft vorsichtig Christian Kracht in den Raum und Leif Randt, ohne das so richtig zu meinen. Sandra Kegel schweigt die ganze Diskussion über auffallend, Ronja von Rönne lächelt in sich hinein. Vielleicht ist dieser Text ein ausgeklügelter Witz, eine ironische Geste dem Wettbewerb gegenüber. Aber man ist schon ironie-überdosiert. Schlecht ist er nicht, der Text, aber insgesamt neigt er sich gefährlich hin zur Belanglosigkeit. Er ist wie ein Besuch bei McDonalds, der zu schnell wieder hungrig macht.

Hier könnt ihr den Text nachlesen.

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