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Bitte übernehmen Sie, Jens Steiner!

steiner

© Marc Wetli

Das Schreiben begann für mich..

als ich begriff, dass Lesen allein die Schlaflosigkeit nicht lindert.

Ein Buch muss..

mir zeigen, wie die Dinge sind, aber auch, dass sie anders sein könnten. Ich möchte, dass ein Buch mir von der Veränderlich- und Veränderbarkeit des Lebens erzählt, von den sich wandelnden Bedingungen der Liebe, des individuellen und kollektiven Glücks, des Heranwachsens, des Altwerdens, des Sterbens.

Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich..

mich endlich wie ein rechter Schweizer verhalten und anständig Geld verdienen.

Ein Kindheitstraum von mir war..

Fliegen. Unsichtbar sein. Ein Däumling sein. Ein Riese sein. Sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen können. Kinetische Fantasien hege ich immer noch, allerdings hat das Leben ihnen die Flügel gehörig gestutzt. Heute träume ich höchstens davon, ein guter Slackliner zu werden, vor meinem vierzigsten Geburtstag nochmals den Kopfsprung vom Dreimeterbrett zu schaffen, einmal einen ganzen Hang nur auf dem linken Ski hinunterzubrettern.

Wenn ich nicht schlafen kann..

schreibe ich.

Völlig unterschätzt wird..

connectedness, die sich aus offline ergibt. Online winkt dein Hirn Input auf Input an deinem inneren Auge vorbei und weg sind sie. Offline holt es sich diejenigen zurück, die es für brauchbar hält, und verbindet sie zu dem Patchwork, das Weltwissen genannt wird. Wissen, das die Welt berührt.

Wenn ich Musik höre..

tanzen meine Ohren.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Sämtliche herumliegenden Einkaufszettel, Telefonnotizen, Kassenbons und Fahrkarten mit aufgeschnappten Wörtern und Sätzen zu bekritzeln. Zusammen ergäben diese ein Werk titanischen Zuschnitts, aber ihr unweigerliches Schicksal ist es verlorenzugehen, um dann zuweilen unverhofft in meinen Büchern wieder aufzutauchen.

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es..

zu schreiben, um schlafen zu können und umgekehrt, wobei beides auf gänzlich unbewiesenen Theorien beruht und also mit Fug und Recht ins Reich der magischen Handlungen verwiesen werden darf.

Literatur kann..

uns verändern. So die Hoffnung. Und die stirbt bekanntlich zuletzt.

Jens Steiner, geboren 1975, studierte Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Zürich und Genf. Sein erster Roman Hasenleben (2011) stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2011 und erhielt den Förderpreis der Schweizerischen Schillerstiftung. Jens Steiner wurde 2012 mit dem Preis »Das zweite Buch« der Marianne und Curt Dienemann-Stiftung ausgezeichnet. 2013 gewann er mit Carambole den Schweizer Buchpreis und stand erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Gleichzeitig mit Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit erscheint im Christoph Merian-Verlag sein Hörspiel Supermänner als Hör-CD.

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