Bitte übernehmen Sie
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Bitte übernehmen Sie, Bov Bjerg!

bovbjerg

© Milena Schlösser

Das Schreiben begann für mich..

mit Journalismus. Mein Lego-Dorf brauchte eine Zeitung, damit die Bewohner wussten, was da überhaupt vorging. Vier Seiten A6, einzeilig auf der Olivetti getippt.

Ein Buch muss..

vor allem groß genug gedruckt sein. Also, die Schrift jetzt.

Ein Kindheitstraum von mir war..

dass die Flaschenpost, die ich auf der Alb in die Donau werfe, es schafft, vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer zu gelangen, in den Suez-Kanal und von da nach Australien. Sidney hätte gar nicht sein müssen, Perth hätte mir völlig genügt. Den Atlas kannte ich ganz gut, aber die Meeresströmungen nicht so.

Wenn ich nicht schlafen kann..

dann steh ich auf.

Völlig unterschätzt wird..

der Schlaf nach zwölf.

Wenn ich Musik höre,..

ist es in 90% der Fälle Bob Dylan.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Ich schaue sofort nach, ob „folgendes charmantes“ grammatikalisch korrekt ist, oder ob es nicht doch eher „folgendes charmante“ heißen müsste.

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es..

alles ohne Unterschied zu lesen. Autokennzeichen, Verpackungen, Reklame, Hausnummern, Schlagzeilen, Wegweiser. Ich war ein einziges Mal in einer Stadt mit einem anderen Alphabet als unserem (unseres?). Kyrillisch. Das war ein Gefühl von Kontrollverlust, schlimmer als nach acht Weizenbier.

Literatur kann..

bov

In diesem Bild ist eine gar nicht mal so subtile Anspielung auf ein Kafka-Zitat versteckt. (Foto: Lichtbildnerei Brod & Söhne)

Bov Bjerg, geboren 1965, Studium in Berlin, Amsterdam und am deutschen Literaturinstitut in Leipzig: Linguistik, Politik, Literatur. Er lebt heute in Berlin. Er gründete mehrere Lesebühnen, u.a. Dr. Seltsams Frühshoppen, Mittwochsfazit, Reformbühne Heim und Welt. Arbeitete als Schauspieler und Autor beim Kabarett und schrieb für verschiedene Zeitungen. Die Kurzgeschichte „Howyadoin“ erhielt 2004 den MDR-Literaturpreis. 2008 erschien sein Debütroman „Deadline“ im Mitteldeutschen Verlag. Gerade erschien sein neuester Roman ,Auerhaus‚ bei Blumenbar.

3 Kommentare

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  2. Die Antworten machen ihn mir sehr sympathisch, den Mann.
    Vielleicht sollte ich »Auerhaus« doch noch in Betracht ziehen?!
    Nur; 90% Dylan, wären mir dann doch zu einseitig. 😉
    lg_jochen

    • literaturen sagt

      Lieber Jochen,

      auf jeden Fall solltest du ,Auerhaus‘ in Betracht ziehen!

      Liebe Grüße

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