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Bitte übernehmen Sie, Anke Stelling!

stelling

© Nane Diehl

Das Schreiben begann für mich..

in meinem ersten Semester am Leipziger Literaturinstitut. Hans-Ulrich Treichel hatte die Aufgabe gestellt Mein Ort, und ich habe über Berlin geschrieben, aber eigentlich über den Liebeskummer, der mich damals gequält hat. Und wie der dann Text war, mitgeteilt, geteilt und kritisiert im Prosaseminar, da dachte ich: Ich kanns, und ich wills, und ich werde es tun.

Ein Buch muss..

radikal das Denken und Fühlen und Erleben seines Autors/seiner Autorin ausdrücken, und dadurch für andere erstaunlich neue oder aufregend bekannte Welten eröffnen.

Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich..

nach dem, was mich beschäftigt, in bereits geschriebenen Büchern suchen. Diese dann empfehlen (Literaturkritiken schreiben?), versuchen, sie zu verkaufen (Buchhändlerin sein?) oder sie einfach nur lesen und mein Geld mit was ganz anderem verdienen. Aber womit? Ich fürchte, egal was ich täte, ich würde wiederum davon erzählen wollen.

Ein Kindheitstraum von mir war..

die Erkenntnisse, die ich jeweils hatte, zu teilen und dann direkt in die Tat umzusetzen. Der Wald stirbt? Ja, hallo! Dann müssen wir eben aufhören, Dreck in die Luft zu blasen und das Grundwasser zu vergiften! Ich dachte, das geht. (Ich denks eigentlich immer noch.)

Wenn ich nicht schlafen kann..

denke ich mir eine Geschichte aus, mit mir selbst in der Hauptrolle. Oft sind das Sequels bekannter Filme oder neue Folgen berühmter Fernsehserien. Zum Beispiel bin ich eine Indianersquaw und treffe Little Joe aus Bonanza, und der wundert sich, wie gut ich ohne Sattel reiten kann.

Völlig unterschätzt wird..

dass ohnehin alles eitel und Haschen nach Wind ist. Aber zurecht, wie ich finde wird das unterschätzt.

Wenn ich Musik höre..

frage ich mich, warum ichs nicht andauernd tue. Ist doch die perfekte Droge, versetzt einen ruckzuck in diverse Stimmungen, pusht oder beruhigt, rührt auf, macht nostalgisch. Vielleicht ist es wie mit Musik im Film: Man muss sie mit Bedacht einsetzen, weil sie das Denken behindert und das Fühlen zu sehr beeinflusst.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Ich bin kurzsichtig und kann nicht schnell rennen. (Aber gilt dieses Klischee überhaupt noch, seit es die Autorennationalmannschaft gibt?)

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es..

meine Stimme zu verstellen, um harmlos zu wirken.

Literatur kann..

die Welt verändern. Davon geh ich nicht runter, drunter mach ichs nicht.

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman »Gisela« und die Erzählung »Glückliche Fügung« verfilmt. Weitere Veröffentlichungen: »Nimm mich mit« (2002, gemeinsam mit Robby Dannenberg), »Glückliche Fügung« (2004) und »Horchen« (2010).

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