Bitte übernehmen Sie
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Bitte übernehmen Sie, Jürgen Bauer!

© Barbara Pálffy

 Das Schreiben begann für mich…

in der Volksschule.
Dann nochmal auf der Universität. Dann wieder in diversen Redaktionen, Proberäumen und Lesezimmern. In Zügen, Flugzeugen und zu Hause vor dem Computer. Das Schreiben beginnt für mich eigentlich immer wieder von neuem, es verändert sich und entwickelt sich dauernd weiter.

Ein Buch muss…

Stil haben, Eleganz und Klarheit.Es muss Knochen, Sehnen und Muskeln besitzen, aber kein Fett. (Oder nur ein wenig, für den Geschmack!)

Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich…

sicher entspannter und unkomplizierter durch die Welt gehen. Ich würde dann nicht jede Situation auf ihre Umwandelbarkeit in Literatur prüfen. Aber wer will schon ein unkompliziertes Leben führen?

Ein Kindheitstraum von mir war…

…fliegen zu können. Italo Calvino meint, Literatur habe die Kraft, den Dingen ihre Schwere zu nehmen. Im Schreiben kann man die Welt also ein wenig zum Fliegen bringen.
(Das war‘s jetzt aber auch mit Name-Dropping, versprochen!)

Wenn ich nicht schlafen kann…

werde ich sehr, sehr unleidlich. Und sehr dünnhäutig. Eine gefährliche Mischung. Also besser ausschlafen lassen. Oder aus dem Weg gehen.

Völlig unterschätzt wird…

Stille. Und Ronald Schernikau.

Wenn ich Musik höre…

stelle ich mir immer vor, selbst auf der Bühne zu stehen und zu singen. Das müsste die wahre Verbindung zur Musik sein. Aber leider, es soll nicht sein. Meine nicht existente Musikalität ist eigentlich eine Frechheit.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Ich mag Figuren in Büchern meist lieber als Menschen im „richtigen Leben“.
Das ist nicht wirklich charmant, oder? Noch ein Versuch: Ich schreibe gerne in fahrenden Zügen.

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es…

zu Liedern neue und unsinnige Texte zu erfinden, wenn ich sie laut – und falsch, siehe oben – mitsinge. Ich kann mir einfach keine Texte merken.

Literatur kann…

Leben vermehren.
Jedes Buch ist die Möglichkeit eines Lebens, in das man eintauchen darf. Muss man sich in der nichtliterarischen Welt für einen Weg entscheiden, der alle anderen ausschließt, kann man in der literarischen Welt immer von neuem zu leben beginnen – einmal, mehrmals, immer.

Jürgen Bauer, geboren 1981, lebt in Wien. Im Rahmen des Studiums der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, Amsterdam und Utrecht spezialisierte er sich auf Jüdisches Theater und veröffentlichte hierzu zahlreiche Artikel und Buchbeiträge. 2008 erschien sein Buch No Escape. Aspekte des Jüdischen im Theater von Barrie Kosky. Seine journalistischen Arbeiten zu Theater, Tanz und Oper erscheinen regelmäßig in internationalen Zeitungen und Zeitschriften. Jürgen Bauer nahm mit seinen Theaterstücken zwei Mal am Programm »Neues Schreiben des Wiener Burgtheaters« teil. ,Das Fenster zur Welt‘ ist sein Debütroman.
2014 wurde ihm das Aufenthaltsstipendium für junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren des Literarischen Colloquiums Berlin zugesprochen. Zuletzt erschien ,Was wir fürchten‚.

4 Kommentare

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  2. Mariki sagt

    Jürgen hat Schmäh, Jürgen ist cool! Das weiß ich spätestens seit dem Treffen auf der Messe, das er eigentlich mit Gérard hatte und das ich gecrasht habe, hehe.

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