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Bitte übernehmen Sie, Karoline Menge!

Foto: Maximilian Menge

Das Schreiben begann für mich..

…im Tagebuch. Ich schrieb über die Schule, Klassenkameraden, warum ich den oder die nicht mochte, Liebesbekundungen. Dann auf der Schreibmaschine meines Großvaters. Ich verfasste Krimikurzgeschichten für meine Eltern, wenn ich zu Besuch bei meinen Großeltern war, und die schickte ich ihnen nachhause. Sie mussten erraten, wer der Bösewicht war. Meistens war es der Igel. Oder die Maus. Die Lösung schickten meine Eltern mir dann ebenfalls per Brief und ich ärgerte mich, wenn sie sie nicht richtig errieten. Schon damals war ich davon überzeugt, dass alles, was ich schreibe, logisch ist.

Ein Buch muss..

…neben meinem Bett liegen, ein anderes in meinem Rucksack stecken und ein weiteres auf meinem Schreibtisch liegen.

Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich..

…vielleicht irgendwann nicht mehr richtig denken. Es muss ja alles mal raus, was sich da im Kopf so ansammelt, es wäre wahrscheinlich fatal, wenn sich die Geschichten so stapeln würden oder ineinander verwirren und zusammenkleben; dann würde ich vielleicht irgendwann nicht einmal mehr ein normales Gespräch führen können.

Ein Kindheitstraum von mir war..

…in ein großes Abenteuer zu geraten. Ich spielte oft, dass ich irgendwo in der Wildnis ausgesetzt wurde, da wurde dann die Baustelle gegenüber zu meinem Zuhause. Ich baute mir in die aufgeschütteten Sandberge Treppen, Wohnzimmer und Schlafzimmer und versteckte mich vor den vorbeikommenden Passanten. Ich glaube, ich wollte auch Schlagersängerin werden, davon bin ich allerdings gänzlich abgekommen.

Wenn ich nicht schlafen kann..

…denke ich über die absurdesten Dinge nach, über das Universum, die Unendlichkeit und wie es sein kann, dass es die Unendlichkeit gibt, dass ja tatsächlich nichts aufhört und alles weitergeht und der schlimmste Gedanke am Schluss ist immer, dass das Alles irgendwann ohne mich weitergeht.

Völlig unterschätzt wird..

…Bielefeld. Es wird sogar behauptet, Bielefeld gäbe es gar nicht. Dabei ist es hier gar nicht so schlimm. Es gibt massenhaft Felder, gelbe und grüne und braune, dazu Kühe, es gibt ein Schwimmbad, das Ishara heißt und nur 3 Euro für 90 Minuten Badespaß nimmt, es gibt sogar eine Stadtbahn, in der selten kontrolliert wird. Auch als Exil-Berlinerin lässt es sich hier ganz gut leben… und als Schreiberin umso besser – vor allem angesichts der Annahme, Bielefeld existiere nicht.

Wenn ich Musik höre, dann..

…beginne ich entweder zu tanzen oder zu singen, mich zu freuen, mich zu erinnern, zu weinen, auszurasten, alles nochmal neu zu überdenken.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Ich laufe gern herum und schaue mir die Welt an und denke: Wie schön die Welt doch ist und der Himmel, die Bäume, die kleinen Vögelchen, es ist doch alles viel schöner, als alle immer behaupten!

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es..

…herumzulaufen und mir die Welt anzuschauen und zu denken: Wie schön die Welt doch ist und der Himmel, die Bäume, die kleinen Vögelchen, es ist doch alles viel schöner, als alle immer behaupten!

Literatur kann..

…unheimlich beruhigen und unheimlich aufwühlen.

Karoline Menge geboren 1986 in Berlin. Studium Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. 2014 wurde sie mit dem Würth-Literaturpreis ausgezeichnet. Veröffentlichungen literarischer Texte in Anthologien und auf „poetenladen.de“. Zurzeit arbeitet sie an ihrem Roman „Als die Kühe verschwanden“. Am 30.11. wird sie an der U30-Lesung des Lettrétage-Literaturhauses in Berlin teilnehmen.

 

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