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Was ist eigentlich ,große Literatur‘?

Eigentlich ging es bloß um den neuen Roman von Dave Eggers, der bisher wohl jede denkbare Reaktion, von begeisterten Lobpreisungen über gründlichsten Verriss, provoziert hat. Die einen halten ihn für scharfsichtig, die anderen für platt und oberflächlich. Die einen bemängeln seine simple Sprache und flach konstruierten Charaktere, die anderen halten die Sprache in diesem speziellen Fall nicht für ausschlaggebend. Die meisten, die sich bemüßigt fühlen, ,Der Circle‘ zu besprechen, schieben hier und da beinahe entschuldigend ein: ,Es ist keine große Literatur, aber man kann’s schon lesen‘. So auch geschehen bei einer Diskussion mit dem Kaffeehaussitzer Uwe Kalkowski auf Twitter.

Worauf berechtigtermaßen eine Frage folgte, an der sich Literaturkritiker, Leser und Buchliebhaber wohl nicht erst seit gestern die Zähne ausbeißen. Hin und wieder jedenfalls.

Fest steht wahrscheinlich, dass große Literatur keine klare Definition ist, der sich jeder unumwunden anschließen, ja, von der jeder genau wissen kann, was damit gemeint und welche Art von Buch damit bezeichnet ist. Der Kaffeehaussitzer warf eine herausragende Sprache als Kriterium in die Timeline, das war mir persönlich zu dürftig. Auch wenn ich ein großer Liebhaber von schöner Sprache bin, kann sie allein für mich keinen großen Roman machen. Sie kann mich tatsächlich über eine verunglückte oder uninteressante Handlung hinwegtrösten, sogar sehr gut. Sie kann mich ein Buch intensiv genießen lassen, weil jedes Wort an der richtigen Stelle und jedes Bild so eindrucksvoll ist, dass man es nochmal und nochmal lesen wollte. Sie ist also zweifelsohne ein Kriterium für ,große Literatur‘. Was noch?

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Große Literatur braucht Relevanz. Sind die Protagonisten über weite Strecken damit befasst, ihre Wohnungseinrichtung, Haarfarbe oder Partnerwahl zu diskutieren, hat das fraglos seine Berechtigung, aber wenig Relevanz. Man könnte auch sagen: Wenig Bedeutung im menschlichen Leben allgemein, wenn es auch für den einzelnen manchmal sehr wichtig ist. Ich mag es, wenn Literatur ihre Möglichkeiten nutzt, um mich zu erstaunen, mir neue Perspektiven aufzuzeigen, in mir Fragen aufzuwerfen, die auch ,große Themen‘ (Gerechtigkeit, das Menschsein an sich, Identität, Biographie …) berühren. Kurz: Die mir erlaubt, aus mir selbst herauszutreten, von mir und meinem Leben zu abstrahieren. Ich lese nicht nur, um mich selbst wiederzuerkennen und begeistert von etwaigen Übereinstimmungen mit meinem Leben zu sein – auch wenn das ein netter Nebeneffekt ist -, ich lese auch, um Dinge kennenzulernen, die nicht ohnehin elementarer Teil meines Lebens sind. Ich bin neugierig, auf eigentlich fast alles und manchmal enttäuscht, dass ich nicht alles wissen und verstehen kann. ,Große Literatur‘ bietet mir nicht nur große Gefühle.

,Große Literatur‘ fordert mich heraus – lässt mich mitdenken, meine eigenen Schlüsse ziehen und recherchieren. Einen schönen Schmöker oder Unterhaltungsroman lese ich mit Freude, ohne hinterher noch das Bedürfnis zu haben, mich weiterführend mit irgendeinem der im Buch aufgeworfenen Themen zu beschäftigen. Das ist ja gerade der Sinn und Zweck des Unterhaltungsromans. ,To have a good time‚, wie der Amerikaner so lapidar sagt. Mit ,großer Literatur‘ kann ich auch eine schwierige Zeit durchleben und gestärkt aus ihr hervorgehen. ,Große Literatur‘ schafft lebendige und authentische (!) Charaktere und Geschichten, keine Abziehbilder oder Klischees. ,Große Literatur‘ bleibt darüber hinaus, sogar bei mir, durchschnittlich bedeutend länger im Gedächtnis. Während ich das, was ich begeistert in sehr kurzer Zeit konsumiere, auch in sehr kurzer Zeit wieder vergesse und höchstens noch eine vage Stimmung abrufen kann („Worum ging es da?“ – „Äh, also es spielte, äh, irgendwo in Amerika und äh, war echt spannend gemacht.“), bleibt das, was ich intensiv über längere Zeit genossen habe, auch länger in meinem Kopf. Und damit muss nicht einmal die Lesezeit selbst gemeint sein, denn große Literatur hat nicht immer eine große Seitenanzahl. Aber die Zeit, die ich damit verbringe, darüber nachzudenken, etwas darüber nachzulesen, mich damit zu beschäftigen, festigt auch automatisch den Inhalt.

Was fällt unweigerlich bei der Auseinandersetzung mit diesen persönlichen Kriterien ins Auge?  Es gibt nicht viel ,große Literatur‘. Es gibt viele Bücher ähnlicher Machart, bei der das eine oder andere (Sprache, Geschichte, Konzeption) herausragend ist. Dass aber alles zusammenkommt und ,große Literatur‘ ergibt, ist nicht unbedingt ein Allerweltsereignis. Was aber auch gar nicht schlimm ist. Umso mehr kann man sich an ihr erfreuen wie an einem seltenen Tier, das man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Wer möchte schon jeden Tag Spaghetti essen, auch wenn sie vorzüglich schmecken? …

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Uwes Beitrag mit dem wundervollen Titel ,Die Gretchenfrage mit der Axt‘ findet ihr hier. buchpost stellt auf ihrem Blog die Frage ,Was ist ein Klassiker?‘.Auch Thomas von brasch & buch hat die Diskussion zu einem Artikel inspiriert – ,Ich bin zu klein für große Literatur‚.

29 Kommentare

  1. Pingback: Die Gretchenfrage nach der Axt | Kaffeehaussitzer

  2. Pingback: [Literaturen] Was ist eigentlich ,große Literatur’? - #Bücher | netzlesen.de

  3. Liebe Sophie,
    du hast es schon gut auf den Punkt gebracht, finde ich.

    Allerdings gibt es da wohl keine völlig klare Abgrenzung, die für alle Leser, alle Bücher und alle Kritiker gleichermaßen gelten kann. Erstens, weil die Einschätzungen jeweils viel zu subjektiv sind, andererseits, weil eine kritische Auseinandersetzung im ursprünglichen Sinn dem Lesegenuss nur einen unerheblichen Stellenwert beimisst.

    Herzliche Grüße
    Sonja

  4. Annegret sagt

    Die Frage, was „große Literatur“ ist, ist interessant und nur individuell zu beantworten. Als Kind oder Jugendliche hatte ich nur wenige eigene Bücher. Das Mittel der Wahl war dann die Bücherei. Aber ich muß sagen, daß die wenigen Bücher, die ich mein Eigen nannte, für mich schon etwas Besonderes waren. Sie waren so etwas wie ein Schatz. Auch „Hanni-und-Nanni-Bücher“ haben ihren Reiz für junge Mädchen, weil sie in eine Welt entführen, von der man träumen kann. Als Erwachsene liest man dann eine ganze Menge, bevor man wirklich erkennt, das es Bücher gibt, die etwas Besonderes sind, die einem mehr geben als „normale Bücher“.
    Was macht „große Literatur“ aus? Ein Buch, das mich innerlich bewegt und an das ich immer wieder gerne denke.
    Mein gerade „liebstes“ Buch: „Cristobal oder Die Reise nach Indien“ von Erik Orsenna. Diese Geschichte klärt auf über das Leben der Gebrüder Kolumbus. Man erfährt so viel über Kartographie und Seefahrt und die Kirche usw., daß es mich wirklich gefesselt hat. Da braucht es keine extra Hochspannung. Das Leben, wie es ist, schreibt die besten Geschichten.

    • literaturen sagt

      Liebe Annegret,

      auf jeden Fall ist das eine Frage, die nur individuell und persönlich beantwortet werden kann – wenn man von wissenschaftlichen Kriterien absehen möchte. Deshalb ist das auch mehr ein persönlicher Einblick in das, was für mich große Literatur ausmacht. Ich denke, bei Kinderbüchern ist das nochmal eine ganz andere Sache, denn da geht es viel weniger um Literarizität und Kunstfertigkeit als bei Erwachsenenromanen.
      Herzlich, Sophie

  5. Das seltsame ist, ich studiere Germanistik und wir haben im Verlauf meines Studiums in keinem Literaturkurs auch nur ein einziges Mal wirklich diskutiert, was Kriterien für „große Literatur“ sind. Es wird vorausgesetzt, das jeder ein Verständnis davon hat, oder ein Gespür dafür, wie man sie von der breiten Masse unterscheidet . Dabei habe ich gerade bei Klassikern das Gefühl, dass sie zu ihrer Zeit Trivialliteratur waren und nur durch die Dauer und Häufigkeit ihrer Rezeption zu großer Literatur wurden. Weswegen es so schwer für mich ist heutzutage ein „großes Werk“ von einem „kleinen“ zu unterscheiden, weil noch nicht genug Zeit vergangen ist.

    Aber deine Definition gibt tolle Ansätze und hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich glaube ich will sie als solche übernehmen.

    • literaturen sagt

      Liebe Suey,

      stimmt, einiges, was heute ,Klassiker‘ ist, wurde früher als Trivialliteratur abgetan. Es ist natürlich auch so, dass man nicht alles, was man liest, kategorisieren muss. Aber es kann schon von Vorteil sein, zu wissen, was man selbst eigentlich für Ansprüche an Literatur stellt, dass es natürlich, aber nicht ausschließlich eine Sache des Geschmacks ist. Wenn man das für sich herausgefunden hat, kann man wesentlich besser entscheiden, ob ein Buch gut oder eben wirklich ,groß‘ und besonders war.
      Freut mich, dass ich dich diesbezüglich etwas zum Nachdenken anregen konnte.
      Herzlich, Sophie

    • Liebe Suey,

      die Unterscheidung zwischen großer und „kleiner“ Literatur bzw. zwischen Klassiker und anderem oder ernster und unterhaltender ist schlussendlich ja, wie du sagst, eine individuelle zu beantwortende Geschmacksfrage. Das Germanistikstudium bzw. der Zweig der Literaturwissenschaft soll die Studenten befähigen, Narrative jedweder Gattung deskriptiv anhand geeigneter Analysewerkzeuge zu erschließen. Diesen wissenschaftlichen Zugang kann dann natürlich jeder für sich nutzen, um zu begründen, was er/sie als groß und klein einstuft, aber in der Literaturwissenschaft haben solche Geschmackurteile m.E. auch nichts verloren.

      Liebe Grüße,
      Marc

  6. Vielleicht ist die Unterscheidung in große und kleine Literatur ein wenig unglücklich. Würde man zwischen guter und schlechter Literatur unterscheiden, wäre es wohl klarer. Kleine oder schlechte Literatur ist für mich „Strandliteratur“, bei der ich mich nicht anstrengen muss, die mich nur unterhält. Große oder gute Literatur muss ich oft zweimal lesen 😉
    LG
    Sabienes

    • literaturen sagt

      Och, unglücklich würde ich nicht sagen, denn der Begriff ,große‘ Literatur wird ja sehr häufig verwendet. (die „kleine“ Literatur so natürlich seltener, das war mehr eine ironische Gegenüberstellung). Aber die Kategorie ,große Literatur‘ habe ich ja nicht aufgemacht. 😉 Gute und schlechte Literatur greift, finde ich, zu kurz, denn für mich kann es auch gute Bücher geben, sehr viele sogar, die dennoch in meinen Augen keine große Literatur sind.
      LG, Sophie

  7. literaturen sagt

    Liebe Anna,

    vielen Dank für deinen Hinweis! Den Beitrag werde ich mir gleich mal ansehen und ihn noch am Ende meines Beitrags verlinken. Auch dir einen schönen Sonntag!
    LG, Sophie

  8. Ich finde es schwer zu sagen, was große Literatur ist. Da ich erst jetzt mein Abi gemacht habe, würde ich da wahrscheinlich immer an die Werke denken, die wir in der Schule durchgenommen haben. Denn warum sollte man sich sonst damit in der Schule beschäftigen?
    Privat gesehen achte ich nicht darauf, ob es große oder kleine Literatur ist. Wahrscheinlich ist große Literatur diejenige, mit der man sich öfter beschäftigen muss, die einen zum Nachdenken anregt und einfach nicht mehr aus dem Kopf geht 🙂

  9. Liebe Sophie,
    ich finde das gerade unheimlich spannend, weil ich zu dem Thema „Literaturbegriff“ ganze Seminare besucht habe. Schlussendlich landet man immer bei der Frage nach Geschmack und gesellschaftlicher Bedeutung.
    Du hast das sehr schön zusammengefasst.
    Liebe Grüße
    Mareike

  10. „Große Literatur“, das ist so ein Begriff, der einem viel zu leicht aus dem Mund entströmt bzw. aus den Fingern fließt. Mir leider auch…
    Ich glaube, es gibt einige Kriterien, die sich relativ neutral feststellen lassen. Eine eigenständige Sprache beispielsweise, ein sicherer Stil als Autor schadet auch nicht, dann – wie ich Dir zustimme – sollten die Themen und Darstellungen eine gewisse Relevanz für ein größeres Publikum haben. Letztenendes ist es auch noch entscheidend, ob das Buch ein Erfolg wird oder nicht.
    Ob diese Maßstäbe heute noch so greifen, wage ich zu Bezweifeln. Das Buch von Eggers ist ein interessanter Fall, weil es ein Bestseller wurde, obwohl es kein Unterhaltungsroman ist (momentan eine Seltenheit) und mit seiner Thematik viele anspricht. Ich würde es in die Traditionslinie George Orwell/Aldous Huxley/Ray Bradbury stellen: die hatten auch ihre literarischen Schwächen, aufgrund der Relevanz ihrer Themen avancierten sie trotzdem zu „Klassikern“. Und gerade solche Bücher brauchen wir!
    Liebe Grüße, Tobias

  11. Sehr interessanter Artikel! Mir fällt so etwas in meinen beiden Lesekreisen auf. Das spannendste oder berührendste Buch bringt manchmal einfach nicht viel Stoff zum Nachdenken, Diskutieren und Weiterdenken. Oft sind es die sperrigen Bücher, über die sich am besten austauschen lässt. Deshalb tun wir uns auch immer in der Auswahl eines Buches sehr schwer.

    LG, die Tintenelfe

  12. Eine wahrscheinlich schwierige Frage zu der es unterschiedliche Antworten gibt oder aber einen Kriterienkatalog, in dem man ähnlich, wie der Beckmesser in den „Meistersingern“ abhacken kann und dann fällt das jugendliche Genie durch.
    Ich tue mir bei der Beantwortung dieser Frage schwer, beziehungsweise will ich sie gar nicht beantworten, denn Thomas Bernhard, ja natürlich selbstverständlich, aber inzwischen halte ihn ihn für sehr negativ und daher nicht mehr aus, aber seine Sprachmelodie ist natürlich perfekt, Elfriede Jelinek ist schwierig zu lesen und zu verstehen, „Bei den Kindern der Toten“ war es aber wieder die Sprachmelodie, aber ob ichs ganz verstanden habe? Arno Schmidt verstehe ich nicht und würde ihn ganz ehrlich auch nicht für große Literatur halten, aber soll man überhaupt so dreinhauen mit dem Kriterienhammer?
    Ich würde sagen nein und ich will und werde das nicht und was das Auslöserbuch betrifft, so verstehe ich ganz gut die Frage, denn mich hat, als ich von dem Buch hörte, sofort das Thema angesprochen, dann habe ich mich in die Leseprobe eingelesen und danach verstanden, was die Kritiker meinen, die es nicht für „große L“ halten, aber wahrscheinlich sehr spannend zu lesen und ein Thema, das uns alle interessiert, also würde ich es gerne lesen und überlege mir es mir zu Weihnachten zu wünschen.
    Ansonsten wünsche ich mir wahrscheinlich weniger über große Literatur zu diskutieren, sondern alle wieder lesen zu lassen, was sie gerne wollen und da ist „Hanny und Nanny“ in einem bestimmten Entwicklungsalter sicher interessant und für uns, wo wir noch nicht so genau wissen, wie das mit der Digitalisierung und der Aufgabe der persönlichen Freiheit hingehen wird, wahrscheinlich ein Buch, wie der „Circle“, also sollten wir es lesen, wenn wir es wollen, ganz offen in der U-Bahn ohne uns dafür genieren zu müssen und wir müssen auch nicht den Musil, Kafka, Jelinek etc lesen, wenn uns etwas anderes besser gefällt, denke ich oder wünsche ich mir!

  13. Für ganz „dumm“, bzw. oberflächlich habe ich übrigens einmal die Antwort einer österreichischen Literaturkritikerin auf die Frage, wie sie, das mit dem Lesen und der Zeit, nachdem sie jetzt Mutter ist, halten würde, daß sie nun mehr mehr gute Literatur lesen würde, gehalten.
    Denn erstens würde ihr dabei sehr viel entgehen und zweitens, wie weiß sie was gut ist, wenn sie das Buch nicht liest, denn Geschmäcker sind ja verschieden, können sich ändern, etc?

  14. Ich würde mich Sabiens anschließen wollen. ‚Groß‘ oder ‚klein‘ ist eher eine Frage von ‚gut‘ oder ’schlecht‘ – aber damit ist das Problem nur verschoben.
    Gute / Große Litertaur ist für mich das, wenn literaturgeschichtlich nicht nur Neuland betreten wird, sondern der Text in Form und Inhalt nicht nur simmig, sondern auch in gewisser Weise überraschend ist. Und „Überraschung“ ist jetzt nicht das mit Hr. Carell.
    Ich nenne also „Rodion Raskolnikof“ von Dostojewski (ehemals „Schuld und Sühne“) beispielhaft – da werden die ersten gähnen. Ich nenne „Die neuen Leides des jungen W.“ von Plenzdorf – die ersten werden kotzen. Denn – und das macht LIteratur, das Spreche über Literatur so unnütz wie spannend: „Jeder ist der Leser seiner selbst“ (M. Proust)
    Daher: Frage nicht was große / gute LIteratur ist, sonder frage: Was findest Du als große / gute Literatur – und frage dann: Warum? Und wenn man dann zuhören kann …

  15. Pingback: Ich bin zu klein für große Literatur. | brasch & buch

  16. Liebe Sophie, lieber Uwe, ich poste dies als Doppelkommentar hier wie da.
    Danke für das Anschieben der interessanten Diskussion. Sie beschäftigt mich heute morgen so sehr, dass mein eigentlich geplanter Beitrag zu Humboldts „Kosmos“ (große Literatur übrigens 😉 ) erst mal liegen bleibt.
    Zum Thema: ich denke, der Pudelkern bei diesem Thema liegt darin, zwischen subjektivem Empfinden und objektiven Maßstäben zu unterscheiden. In Euren und auch nachfolgenden lesenswerten Beiträgen ist oft von „persönlich“, „für mich“, „privat“ und „in meinen Augen“ (u.ä.) die Rede. Diese Freiheit steht jedem zu, ohne Frage.
    Aber!! Gibt es objektive Kriterien für große Literatur?? Ich denke, ja, maße mir aber nicht an sie hier ad hoc aus dem Ärmel zu schleudern. Gebt mir ein wenig Bedenkzeit, dann starte ich meinen bescheidenen Versuch. Versprochen. (Oh, er wird mißlingen, fürchte ich. Doch nur durch Versuch wird man kluch.)
    Der oben verzinkte „Klassiker-Beitrag“ von Buchpost übrigens nimmt da sehr interessante Kriterien ins Visier und trifft die richtige Ziele.
    Nochmals danke dafür, dass Ihr zum mich sehr zum denken angeregt habt … und eine angenehme Woche ohne Stress und Sorgen.
    lg_jochen

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  18. Pingback: Aufgemerkt! Coole Blogbeiträge KW 38/14

  19. Muss die Frage überhaupt gestellt werden? Muss Literatur in Groß und Klein geteitl werden? Das ist ne Einteilugn der Öffentichkeit, damit man eingrenzen kann, welche Bücher man gelesen haben muss – eine Empfehlung dafür, was man tun kann, um den Gruppenzusammenhalt zu stärken und uns dadurch glücklicher zu machen.

    Jedes Buch, das ich gelesen habe, war für mich bedeutsam. Mal mehr, mal weniger, aber es hat mir etwas mitgegeben. Das ist wichtig.

    • literaturen sagt

      Nun, diese Frage _muss_ sicher nicht ganz dringend gestellt werden, dennoch darf sie es und man kann sich eigene Gedanken dazu machen. Für mich war sicherlich nicht jedes Buch bedeutsam, das ich gelesen habe. Und ich denke, dass es durchaus noch einen Unterschied gibt zwischen der Literatur, die einem eben gut gefällt und der, die einen lange und intensiv noch nach Beendigung der Lektüre begleitet. Aber jeder stellt auch andere Ansprüche an Literatur, von daher mag die Frage nach großer Literatur für manchen auch unbedeutend sein. 🙂

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