Bitte übernehmen Sie
Kommentare 2

Bitte übernehmen Sie, Simone Lappert!

Das Schreiben begann für mich,..

..mit dem Lesen. Die ersten Schreibversuche: wie das unbewusste Wippen des Fusses unter dem Tisch zu guter Musik. Die geöffneten Buchdeckel: offene Fenster, aus denen die gute Musik heraus tönte.

Ein Buch muss…

..nichts. Außer vielleicht geschrieben werden; vielleicht weil: Es gibt ja auch gute Bücher, die nie geschrieben wurden, nur vorbereitet, skizziert, gehütet als Idee. Also muss ein Buch vielleicht zumindest gedacht werden.

Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich…

..Fragen wie: „und was machst du beruflich?“ einfacher beantworten. Und ich könnte wohl anders lesen, nachlässiger, lustvoller, verantwortungsloser.

Ein Kindheitstraum von mir war…

..Seite an Seite mit Lucky Luke durch den wilden Westen zu ziehen.

Wenn ich nicht schlafen kann,..

..versuche ich aufzuhören, es zu versuchen. Dokumentationen über Nagetiere, beispielsweise Eichhörnchen, können Wunder wirken.

Völlig unterschätzt wird,..

..der Nachmittag. An sich und als Arbeitszeit. Immer diese Oden an den frühen Morgen und die späte Nacht, die Mittagszeiten, Abende, die sogenannten blauen Stunden. Ich lobe mir die Unaufgeladenheit, die uneitle Bodenständigkeit zwischen halb zwei und fünf, in der es sich für kurze Zeit ein bisschen ungeprägter denken lässt als davor und danach.

Wenn ich Musik höre, dann…

..kann ich, vorausgesetzt, ich finde die Musik gut, eigentlich nur zuhören und höchstens unter widerwilliger Verdrängung meines zunehmenden Unmuts gegenüber Störtönen etwas anderes nebenher machen. Wenn ich die gute Musik gut kenne, kann ich wiederum nicht anders, als immer wieder darauf hinzuweisen, dass jetzt dann gleich eine sehr gelungene, ja eine geradezu phänomenale Stelle kommt. Höchstens unter widerwilliger Verdrängung meiner zunehmendn Begeisterung gelingt es mir, dann nicht auch noch darauf hinzuweisen, dass diese eine gelungene Stelle noch gar nichts war im Vergleich zu der nicht zu überbietenden Stelle, die gleich noch kommen wird. Undsoweiter. Je nach Verfassung kann es mir gelingen, mich auf aussagekräftige Mimik zu beschränken.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklische:

Nicht, dass jetzt einer denkt, ich würde die Zigaretten, all die schwarzen Pullover, die vollgekritzelten Kassenbelege und die zuweilen lebensgefährliche Tagträumerei verschweigen wollen. Ich frage mich nur, ob es charmant wäre, von meinen Angewohnheiten und also von mir selbst zu behaupten, charmant zu sein …

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es,..

…mir tagaus, tagein seltsame Angewohnheiten auszudenken.

Literatur kann..

…alles.

Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau in der Schweiz, lebt und arbeitet in Basel. Sie studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2013 wurde sie mit dem Heinz-Weder-Preis für Lyrik ausgezeichnet, 2014 erhielt sie den österreichischen Wartholz-Preis als beste Newcomerin. Sie war Stipendiatin des 16. Klagenfurter Literaturkurses und des Literarischen Colloquiums Berlin. Im Juli erschien im Metrolit-Verlag ihr Debütroman ,Wurfschatten‚.

2 Kommentare

  1. Pingback: [Literaturen] Bitte übernehmen Sie, Simone Lappert! - #Bücher | netzlesen.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.