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Bitte übernehmen Sie, Frédéric Valin!

Das Schreiben begann für mich..

…mit außergewöhnlich schlechten Liebesbriefen an dieses wundervolle Mädchen aus der Parallelklasse, ging später mit weinerlichen Tagebucheinträgen weiter, als wir beide uns im Alltag – ich mich mit ihrer und sie sich mit meiner – Wundervollheit auseinandersetzen mussten, und endete mit der ersten bitter-heiteren Geschichte, als sie mir nach einem Jahr sagte, dass sie mich nun nicht mehr wundervoll fände (aber noch ganz nett)

Ein Buch muss..

…eine Brücke sein? Nein, das waren Lieder. Ein Buch ist dazu da, den Kulturbetrieb auf eine Geschichte aufmerksam zu machen.

Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich..

…Das klingt jetzt sicher nach Haarspalterei, aber ich schreibe keine Bücher, ich schreibe Texte. Wenn mein Verleger entscheidet, daraus Bücher zu machen, finde ich das schön, weil ich ihn sehr mag und gerne mit ihm zusammenarbeite, aber das ist seine Sache, nicht meine. Und das Gute an Texten ist: kann man immer, unter allen Umständen, selber machen.

Ein Kindheitstraum von mir war..

…mit Fußball zu tun zu haben, als Spieler, als Schreiber, in egal welcher Funktion. Hat einigermaßen funktioniert.

Wenn ich nicht schlafen kann,..

…Oha. Das passsiert nicht. Ich kann jederzeit, in jeder Position, bei jedem Geräuschpegel, kurzum: unter egal welchen Umständen schlafen, immer.

Völlig unterschätzt wird,..

…Hässlichkeit. Hässliches erzählt viel mehr als Schönes, und es ist auch viel schwieriger zu dechiffrieren.

Wenn ich Musik höre, dann..

…bin ich mindestens angetrunken. Aus irgendeinem Grund höre ich nüchtern kaum Musik, jedenfalls nicht bewusst.

Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee:

Ich trage immerzu Hut (im Winter Mütze), viele finden das charmant, dabei hat das vor allem mit meinen Stirnnebenhöhlen zu tun, die zukleistern, sobald auch nur der kleinste Luftzug sie streift.

Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es,..

…dass ich offenbar unfähig bin, schmutzige Kaffeetassen direkt in die Spülmaschine zu stellen. Außerdem kann ich öffentlich nicht mehr als drei Sätze am Stück sagen, ohne mich hemmungslos zu verhaspeln.

Literatur kann,..

…muss aber nicht.

Frédéric Valin, geboren 1982 in Wangen im Allgäu, lebt seit einigen Jahren in Berlin. Dort studierte er Deutsche Literatur und Romanistik, bevor er begann, als freier Autor und Kulturveranstalter seinen Unterhalt zu verdienen. Seine Texte erscheinen im Verbrecher Verlag, zuletzt ,In kleinen Städten‚.

Homepage: www.frederic-valin.de

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