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Leipziger Gewühl

buchmesse1Es war meine erste Buchmesse. Und vermutlich gehören Buchmessenbesuche auch zu den Dingen, die mit steigender Häufigkeit und Routine immer besser werden. Ich war bereits beim Ankommen schon erschlagen und uneins, wohin ich denn als erstes meinen Blick wenden sollte. Menschen über Menschen – und ich bin mir im Klaren darüber, dass diese durch die Gänge schwappende Besuchermasse jetzt am Wochenende noch eine wesentliche Steigerung erfahren wird -, viele viele Bücher, gleichzeitige Veranstaltungen, Gespräche, Interviews. Eine Dauerbeanspruchung für einen Geist, der solcherlei Eindrücke schlecht filtern kann. Großartige Eindrücke, zweifelsohne, aber eben sehr viele davon. Meine erste kleine Veranstaltung erlebte ich zwischen der Buchkunst und zahlreichen Exponaten von Kunsthochschulen. Graphic Novels, wundervolle Postkarten und Poster, Scherenschnitte. An einem Stand war ein Kunststudent gerade damit beschäftigt, eine weiße Wand zu linieren. Sicherlich drei Meter lang war sie und seine Linien nicht ganz gerade, von etwas weiter weg aber sah sein Machwerk überraschend akkurat aus. Er versuche, sagten seine Kommilitoninnen, das Ganze hier etwas zu entschleunigen und zu beruhigen. Meditativ sei das ja irgendwie und gewissermaßen schreibe er schließlich auch, – nur benutze er dafür eben keine Buchstaben. Irgendwie beeindruckend, wie da so inmitten all dieser geschäftigen Hektik jemand eine Wand linieren kann.

Mich verschlug es dann zu Denis Scheck, der eine halbe Stunde in gewohnt humoristischer und bissiger Art seine Tops und Flops der Frühjahrsnovitäten vorstellte. Von Halle 3 ging es in Halle 5, die, unbestritten, mein Liebling war. Dort versammelten sich sämtliche Herzensverlage der kleineren Art, von Wallstein über Kunstmann, von mairisch über Voland & Quist, binooki & Matthes & Seitz. Hier und da habe ich es auch geschafft, meine Visitenkarte an den Mann zu bringen. Ob sie ihr Ziel erreicht (hat), wird sich zeigen, aufgeschlossen jedenfalls waren die meisten Verlage. Um 14:00 ging es dann zum Diogenes Verlag, wo Susanne Bühler zum kleinen Umtrunk geladen hatte. Und so kamen wir ein bisschen über das Bloggen ins Gespräch und über das Ansehen, das Blogger in manchen Verlagen genießen. Diogenes, Dumont, Suhrkamp und viele andere zeigen sich ja den Tätigkeiten von Literaturbloggern gegenüber beeindruckend aufgeschlossen. Vielfach seien Blogger aber tatsächlich als Schnorrer verschrien. Es braucht nicht viel, um ein Image zu ruinieren, aber ein Vielfaches davon, es wieder geradezurücken.

Und so ist es vermutlich kaum verwunderlich, dass an manchen Ständen eine sehr kühle bis unfreundliche Atmosphäre herrschte. Viele meiner Mitauszubildenden erkundigten sich nach Leseexemplaren für Buchhändler, beinahe nirgendwo kam das tatsächlich gut an. Und stellt man sich vor, dass viele einfach an den Ständen einfallen, ohne sie sich genau angesehen zu haben, einfach nur, um etwas kostenlos mitzunehmen, bin ich geneigt, die Mienen vieler Verlagsmitarbeiter zu verstehen, die von genervt bis ernstlich ungehalten jedes erdenkliche Spektrum widergaben. Ich habe zwar keine Blogger mit Wagenladungen Leseexemplaren gesehen, aber doch so einige junge Mädchen mit prallgefüllten Taschen. Der Unmut ist also nachvollziehbar. Tatsächlich erlebte ich aber am Stand von Kiepenheuer&Witsch einen Mitarbeiter, der im Vorbeigehen einen Satz fallenließ, den man gut und gern irritierend finden kann. Gerade, als uns Leseexemplare gezeigt wurden, weil eine Kollegin vor uns eines vom neuen Peter Wawerzinek-Roman bekommen hatte (das eine absolute Ausnahme war, für uns gab es dann  davon nichts mehr), lief er vorbei, strich uns über die Schulter und sagte: ,Soooo, jetzt suchen Sie sich was aus und dann gehen Sie. Gehen Sie mit Gott, aber gehen Sie!‘ Während sein Kollege noch versuchte, mir das als witzigen und „nettgemeinten“ Spruch zu verkaufen, fand ich ihn einfach unnötig, trotz allen Mitgefühls, das ich angesichts dieser Lage habe. Bei dtv indessen nahm eine Frau meine Visitenkarte entgegen, die mich ansah, als wäre diese Anfrage eine Zumutung, die sie heute schon einmal zu oft erdulden musste. Buchmenschen, sagte Susanne Bühler am Ende unseres Treffens, sind oft auch Schreibtischtäter, denen das Gewimmel einer Messe nicht behagt. Das kann ich nachempfinden. Und bei manchen Ständen sah man es den Mitarbeitern förmlich auf hundert Meter Entfernung an.

happyendfüralle

Schön auch, wer einem auf so einer Buchmesse selbstverständlich entgegenkommen kann. Roger Willemsen und Ijoma Mangold zum Beispiel, eine sehr lebhafte und sympathische Angelika Klüssendorf oder eben Denis Scheck mit einem Stapel Bücher im Arm. Es wird nicht meine letzte Messe gewesen sein, auch wenn ich mich nun tatsächlich erstmal von ihr erholen muss. Buchmessegänge muss man üben. Diese Leipziger Buchmesse war mein ganz persönlicher Probelauf. Beeindruckend, vielfältig, angereichert mit schönen Begegnungen und besonderen Entdeckungen. Die nächste kann ich dann vielleicht noch besser nutzen.

16 Kommentare

  1. Liebe Sophie,
    ich kenne das Phänomen der genervten Standmitarbeiter von anderen Messen. „Beutelratten“ werden da auch schon einmal die Jäger und Sammler genannt, die nur auf der Messe sind, um, egal an welchem Stand, möglichst viele kostenlose Dinge mitzunehmen. Anschließend wird dann die Beute begutachtet, das meiste weggeworfen, am besten gleich vor die Messetür, und es werden jede Menge Schnurren erzählt, der Erzähler als heroischer Held im Kampf um die besten Messeschnäppchen, um vor den anderen Beutelratten das Ego zu polieren. Nur leider dachten wir ja alle, dass Buchleser irgendwie „besser“ sind. Das ist, Deinen Schilderungen zu Folge, ja nicht unbedingt so – und das Verhalten schadet dann ganz heftig denen, die sich ernsthaft mit Literatur auseinandersetzen wollen.
    Ein erholsames Wochenende mit guter Lektüre wünscht Claudia

    • Liebe Claudia,
      ja, ich hatte auch eine Mitschülerin, die an jedem Stand nach Leseexemplaren gefragt hat und dann sagte: „Och, ich blätter da nachher mal rein und wenn mir das nicht gefällt, verschenk ich das eben weiter.“ Das kann ich schwerlich nachvollziehen. Ich habe zwar auch manches Buch bekommen, die Hälfte davon wurde aber mir angeboten (zum Teil auch, weil eine Kollegin gefragt hatte und ich gerade danebenstand) und manchmal habe ich auch abgelehnt. Weil ich so viel hier habe, dass ich keine Bücher mitnehmen muss, die mir gar nicht liegen, eben nur, weil sie kostenlos sind. Schon ein bisschen traurig, denn, wie du richtig sagst, dieses Verhalten ist es, auf das man dann reduziert wird. Egal, ob es nun zutrifft oder nicht. Aber letztlich ist es ja auch so, dass man nicht auf eine Buchmesse fährt, um massenhaft Bücher mitzunehmen, sondern um Kontakte zu knüpfen. Bücher könnte ich schließlich auch hier kaufen und müsste sie auf der Rückfahrt nicht stundenlang von Zug zu Zug schleppen. 😉
      Liebe Grüße

  2. Ein schöner – und ehrlicher Bericht über Deinen ersten Besuch auf der Buchmesse :-). Einiges davon kann ich nachvollziehen, ich war im vergangenen Jahr auch zum ersten Mal auf der Buchmesse – in Frankurt, und fühlte mich nach einem halben Tag wirklich „erschlagen“ und kaum noch aufnahmefähig. Die Reaktionen auf Rezi-Exemplar-Anfragen kann ich teilweise verstehen, aber trotzdem gilt wohl: der Ton macht die Musik und es ist wohl falsch, alle Blogger über einen Kamm zu scheren. Schwarze Schafe gibt es in jedem Bereich, und man sollte nicht den Einfluss der Blogger unterschätzen ;-). Liebe Grüße und lass Dir davon den Spaß und die Freude an der Buchmesse nicht verleiden ;-).

    • Liebe Birthe,
      ich leide einfach sehr schnell unter Reizüberflutung, dementsprechend ist so eine Umgebung für mich, die ich das einfach gar nicht gewöhnt bin, erstmal wirklich viel. 😉
      Ich kann die Reaktionen auf die Anfragen sehr gut verstehen, manch ein Kommentar oder Gesicht allerdings bleibt vielleicht besser unter der Oberfläche. Auch ich muss mich ja im Laden gegenüber Kunden halbwegs anständig benehmen. Aber den Spaß lasse ich mir nicht verderben, keine Sorge. Liebe Grüße.

  3. Ein sehr schöner und realer Bericht.
    In Leipzig war ich selbst noch nicht, ich habe jedoch Frankfurt aus verschiedenen Perspektiven erlebt, als neugierige Leserin (2006), gepamperte Autorin(2011) und als Rezensentin(2008??)… Alle drei Perspektiven haben mir nicht gefallen! Ich bin für sowas nicht gemacht. Diese aufgesetzte Freundlichkeit, das Interesse, dass sich sehr schnell in Desinteresse wandelt, wenn jemand Spannenderes am Stand auftaucht, das hemmungslose Geläster untereinander übereinander. Nicht meine Welt… Ich halte mich nun von Buchmessen fern und lehne auch die Einladungen zu den abendlichen Parties freundlich ab. Das schont meine Nerven und meine Füße.
    Die wirklich wichtigen Kontakte knüpft man auf andere Art, die wirklich wichtigen und guten Gespräche führt man nicht im Messetrubel auf einem Stand bei trockenen Keksen und schlechtem Kaffee…
    Vielleicht bin ich da auch zu sehr Einsiedler… 🙂

    • Danke für deine Eindrücke! Bestimmt gibt es aufgesetzte Freundlichkeit und Geläster, davon habe ich jetzt natürlich in der Zeit, in der ich da war, nicht viel mitbekommen. Ich denke grundsätzlich schon, dass man Kontakte knüpfen kann auf einer Messe, aber die müssen dann am besten vorher schon bestanden haben – das heißt, viel eher vertieft man sie vielleicht als dass man sie knüpft. Man muss wohl selbst entscheiden, wie und ob man so eine Messe nutzen möchte. Sie ist, finde ich, in jedem Falle eine gute Möglichkeit, mal Menschen kennenzulernen, denen man sonst nur im Internet über den Weg läuft.

      • Da hast du natürlich auch Recht, außerdem ist eine solche Messe ja auch schön, um mal feine Bücher in freier Wildbahn zu beobachten, ein wenig Autorenfankult zu leben und über den Tellerrand zu blicken.
        Wie gesagt, ich fühle mich meist unwohl, aber das muß ja nicht für jeden gelten…

  4. Sehr interessanter Bericht zu deinem ersten Messebesuch 🙂 Ich besuche die Messe ja nun schon regelmäßig seit Jahren, aber auch mir sind die Menschenmassen manchmal einfach zu viel. Gestern gings noch einigermaßen, aber wenn ich morgen nochmal auf die Messe gehe, werde ich mich bestimmt auf was gefasst machen…
    Ich kann deine Beurteilung der „Jäger und Sammler“ gut verstehen, gehöre ich doch auch zu den Menschen, die nicht aus diesem Grund die Messe besuchen, sondern um gute Lesungen zu erleben und wenn ein Buch dann gefällt, wird es natürlich auf „normalem“ Weg erworben – möglichst mit Autogramm des Autors darin 🙂

    Ich hoffe, du erholst dich gut von deinem ersten Besuch und kommst nächstes Jahr wieder 🙂

  5. „Buchmessegänge muss man üben.“

    Stimmt. Erinnere mich an meine erste Messe inklusive Vor- und Nachbereitung. Erst mal schauen, wohin man überhaupt möchte, da man sich sonst verliert im Gewusel. Und hinterher die ganzen gesammelten Flyer, Vorschauen, Leseproben etc. durchkämen. Da häuft sich dann auch noch ziemlich viel Schrott an.

    Dass Blogger (auf Messen) einen schlechten Ruf genießen, darüber habe ich schon häufiger gelesen. Wundern tut es mich nicht. Bin nicht dort, um alles kostenlos abzugreifen, sondern mich in erster Linie zu informieren. Dass da dann jemand am Stand ungeniert reagiert, würde ich niemanden verübeln. Wer weiß, wie viele Blogger in Anführungsstrichen sich da aufdrängen, um sich gratis die Taschen vollzustopfen. Im Umkehrschluss kann bei der Masse ebenso wenig kontrolliert werden, ob dieser Blog überhaupt existiere oder was der Schreiberling dort so treibt.

    Ansonsten danke für deine Impressionen. Habe es leider nicht geschafft und war abgesehen davon sowieso noch nie auf der Leipziger. Nehme es mir jedoch jedes Jahr immer wieder vor. Gerade wenn man von den Vorteilen zur Frankfurter hört.

  6. 54books sagt

    Das Blogger-Verlags-Problem kenne ich auch gut.
    Im Alltag hat man ja meist eher Email-Kontakt und den kenne ich von nicht existent bis freundschaftlich. Herausragend bei mir in der Betreuung der C.H.Beck Verlag, hier habe ich quasi meine eigene „Betreuerin“, mit der ich mich sogar zweimal auch auf der Messe in Frankfurt getroffen habe und inzwischen befreundet bin. Selbst wenn ich Bücher nicht mochte, wird mit einem Lächeln meine schlechte Kritik oder auch keine Kritik hingenommen – ich muss mir die gute Betreuung also auch nicht erkaufen. Das sicher mein absolutes Positivbeispiel.

    Andere Verlag dagegen schreiben auf die einfachsten Anfragen nicht mal zurück, selbst wenn man nur Informationen über etwas möchte. Dabei bin ich nicht nur Blogger, sondern doch eben primär auch Leser.

    Aber das bleibt alles so unterschiedlich, wie die Menschen unterschiedlich sind.

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  9. Ich war noch nie auf einer Buchmesse, bin sonst aber ziemlich Messe erprobt. Neben „Du und Deine Welt“ in Hamburg bin und ich öfter auf Messen verschiedener Lauf- und Triathlonveranstaltungen anzutreffen. Während einem am Anfang vor ca. 5 Jahren noch sämtliche Proben, Magazine etc. In die Hand gedrückt wurden, ist die Messe heutzutage nur noch eine Verkaufsveranstaltung. Die Rabatte auf Produkte werden auch immer weniger, häufig sind sie teurer als im Laden um die Ecke. Kein Wunder also, dass es auf Buchmessen nicht anders ist. Trotzdem hoffe ich, mir vielleicht noch in diesem Jahr in Frankfurt das bunte Treiben selbst ansehen zu können.

  10. Liebe Sophie,

    eben wegen diesem Leipziger Gewühl habe ich dieses Jahr die Buchmesse nicht besucht. Ich hätte nur am Wochenende Zeit gehabt und da erlebte ich es schon, dass Hallen geschlossen worden sind, weil sie einfach nicht noch mehr Menschen aufnehmen konnten. Als Mitarbeiterin eines kleinen Sachbuchverlages habe ich auch schon selbst am Stand gestanden und in der Regel hatte ich 4 Tage lang Kopfschmerzen bedingt durch die schlechte Luft (die seit dem Rauchverbot schon sehr viel besser geworden ist) und die Reizüberflutung. Trotzdem hat es mich immer wieder begeistert wie groß das Interesse am Lesen ist. Leipzig ist eine Publikumsmesse, alles dreht sich um den Leser. Ich kann mich noch gut an die Jahre nach 1990 erinnern, als der Leipziger Buchmesse ein baldiges Ende vorher gesagt worden ist. Viele große Publikumsverlage reisten erst gar nicht an. Man konnte ja dort keine Geschäfte machen. Inzwischen hat sich das gewandelt, auch dank der Medienpräsenz in Leipzig darf kein bedeutender Verlag mehr fehlen.

    Ich habe natürlich auch die Erfahrung gemacht, dass es auf der Messe viele Schnäppchenjäger gibt. Bei uns am Stand wird, wegen der in der Regel hochpreisigen Kataloge, vor allem nach Preisnachlässen gefragt. Das finde ich besser, als wenn Bücher geklaut werden, was auch häufig mal vorkommt. Manchmal habe ich bei anderen Verlagen auch nach Mitarbeiterrabatt gefragt, aber mir liegt das nicht so. Ich habe es nur bei wirklich für mich wichtigen Titeln gemacht. Rezensionsexemplare wurden bei uns auf der Messe eher nicht so oft angefragt, aber im normalen Geschäftsalltag kommt das natürlich häufiger mal vor. Leider ist es dann auch oft so, dass gar keine Rezensionen geschrieben werden. Das liegt natürlich auch daran, dass der Journalist seinen Text bei keiner Zeitung unterbringen kann. Skeptisch werde ich allerdings, wenn nagelneue Titel dann bei amazon schon unter „gebraucht“ auftauchen. Möglicherweise sind das dann auch oft Rezensionsexemplare.

    Vielen Dank noch mal für Deine Eindrücke.

    Claudia

  11. Liebe Sophie,

    ein schöner Bericht. Ich muss mich mal als alter Messehase outen. Für mich als Leipzigerin ist die Messe jedes Jahr (seit ca. 10 Jahren bestimmt) Pflicht auch wenn ich mittlerweile 400km entfernt wohne. Ich nehme mir sogar immer 2 Tage Urlaub, damit ich vier volle Tage genießen kann. Ja, richtig gehört: genießen 😉
    Ich habe mich mittlerweile an die Menschenmassen gewöhnt, kann das sogar teilweise ausblenden. Ich freue mich jedes Jahr, dass so sich viele Menschen für Literatur und Bücher interessieren. Kontakte auf der Messe zu knüpfen ist eher schwierig. Das mach ich lieber vorher schriftlich (auch die Bestellung von Rezensionsexemplaren) und dann schaut man mal auf eine Tasse Kaffe vorbei. Ist so viel entspannter, denn die Aussteller haben nicht wirklich Zeit sich um mich und meine Angelegenheiten zu kümmern. Ich nutze die Messe um neue Dinge zu entdecken (das gelingt mir jedes Jahr aufs Neue, eben weil es so viele Anregungen gibt), alte Bekannte zu treffen oder Autoren live zu erleben. Dieses Jahr war ich aus persönlichen Gründen leider nur einen Tag da aber nächstes Jahr gibt es wieder Buchmesse satt 😉

    Liebe Grüße von der Bücherliebhaberin

  12. Was soll man auf einer Buchmesse anderes tun als nach Bücher fragen, Bücher suchen, etc? Der Appetit kommt mit dem Essen, auch wenn man vielleicht gerade gegessen oder zu Hause einen sehr großen SUB liegen hat und Bücherblogger fragen mal nach Lese- oder Rezensionsexemplaren. Wenn sie das nur tun, ohne die Bücher zu lesen oder ihre Bresprechungen abschreiben, werden sie keine Bücher mehr bekommen. Das reguliert sich von selbst, denke ich, da braucht man gar nicht über die anderen schimpfen, die auch Rezensionsexemplare haben wollen. Ich habe auf der Buchmesse nicht nach Gratisbüchern gefragt, ich Wien tue ich das manchmal, mir aber beim TAZ-Stand meinen Gratiscafe geholt. Da war eine lange Schlange und ein Mann, der lautstark verkündete, daß er gerne etwas zahlen wolle, wenn es dafür schneller gehe. Da habe ich ihm gesagt, daß überall sonst der Kaffee verkauft würde und er ja auch etwas spenden könne.
    Er ist natürlich geblieben, aber etwas „gratis“ zu konsumieren, erregt offenbar Schuldgefühle und regt das Motzen über die anderen „Bücher- Gratis-etc Schnorrer“ an, was mich inzwischen etwas nervt, bzw. Widerspruch erregt.
    Daß die Messebetreuer von den vielen Leuten, die ihnen da Visitenkarten, Bücher etc in die Hand drücken, genervt sind, verstehe ich, das sind ja oftmal auch Studenten, die nicht viel damit anfangen können. Andererseits werden oder wurden Leseexemplare an Buchhändler verteilt und dafür ist die Messe vielleicht auch da. Ich habe gestern ein kleines Video über das Bücherklauen gesehen und da sagte der Herr von dem Stand mit dem großen Bücherturm, daß er zwar diskret daraufhinweisen würde, daß man die Bücher kaufen kann, sich aber eigentlich über das Interesse freue und in der DDR habe ich gehört, haben die Westverlage die Bücher extra dafür mitgenommen und mehr oder weniger weggeschaut, da hat dann, haben mir der Herr vorm Kaffeestand erzählt, die STASI oder die IMs kontrolliert.
    Also mir hat die Messe gefallen und als am Samstag das Gewühl groß war, war ich weit hinten in Halle vier beim Tranzyt und habe erst bei der Margriet de Moor, bei 3SAT als sich jemand fast auf meinen Kopgf setzen wollte, etwas davon gemerkt. Es ist schön, anstrengend, nervig, etc, aber etwas, daß ich gerne wieder machen werde, als nächstes wahrscheinlich bei der Buch-Wien und als ich gestern nach Hause kam, haben zwei Bücher auf mich gewartet, das eine habe ich angefragt, das zweite wurde mir angeboten.
    Alles Liebe aus Wien, vielleicht sehen wir uns Mal beim einem Messegewühl!

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