Romane
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Rita Falk – Hannes

Rita Falk ist eine deutsche Autorin. Sie wurde mit den Regionalkrimis rund um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer bekannt.  Ihre Krimis spielen überwiegend im süddeutschen Raum. Mit dem hier besprochenen Buch schlägt Falk erstmals weniger provinzielle Töne an.  Vor ihrem literarischen Durchbruch arbeitete Rita Falk als Bürokauffrau.

Als Rita Falk mir überwiegend mit ihren Winterkartoffelknödeln auffiel, hätte ich mich wohl kaum an eines ihrer Bücher gewagt. Als Bewohner des norddeutschen Raums begegne ich allem Süddeutschen mit gelegentlichem Fremdeln und über den liebevollen Kindheitskontakt mit Meister Eder ist es mit der Nord-Süd-Verständigung auch nie hinausgegangen. Mit diesem Buch hat Falk jedoch, wie ich jetzt bestätigend sagen kann, völlig zu Recht, mein Interesse erweckt!

Protagonisten sind Uli und Hannes, Freunde seit Kindheitstagen. Bei einem Motorradunfall verunglückt Hannes schwer und fällt ins Koma. Um seinen Schmerz und seine Hilflosigkeit zu bewältigen, schreibt er Hannes regelmäßig Briefe, in der Überzeugung, er könne dann wenigstens nachholen, was alles passiert ist, wenn er wieder erwacht. Nebenbei leistet Uli seinen Zivildienst im „Vogelnest“, einem Heim für psychisch Kranke, das er liebevoll so genannt hat, weil jeder dort sprichwörtlich einen Vogel hat.

Er arbeitet und verbringt jede freie Minute im Krankenhaus. Selbst als Freunde sich schon abwenden, weil sie Hannes‘ Zustand nicht mehr ertragen und dessen Eltern sich trennen, weil sie daran zerbrechen, hält Uli die Stellung.  Rita Falk ist es gelungen, zwar einen emotionalen und berührenden, deshalb aber nicht oberflächlichen Roman über den Tod und das Sterben zu schreiben. Sie verschont uns mit Klischees und immer wieder bemühten Bildern und sie zeigt, dass es Licht gibt, auch, wenn uns ein so wichtiger Mensch genommen wird. Wer also auch vor schweren Themen wie diesem nicht zurückschreckt, wird mit Falks Hannes nichts falsch machen.

 

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