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Alan Bradley – Flavia de Luce, Mord ist kein Kinderspiel

Alan Bradley ist ein kanadischer Autor. Nach einer Ausbildung zum Elektrotechniker arbeitete er für verschiedene Radio – und Fernsehstationen, bis er sich 1994 dazu entschloss, seine Zeit gänzlich dem Schreiben zu widmen. Der hier besprochene Debütroman der Flavia de Luce-Reihe wurde mit dem Dagger Award, der bekanntesten Auszeichnung Großbritanniens für Kriminalliteratur, ausgezeichnet. Insgesamt erhielt Der Mord im Gurkenbeet (Im Englischen The Sweetness at The Bottom of The Pie) vier verschiedene Auszeichnungen.

Nachdem mich der erste Teil der Flavia-de-Luce-Reihe so begeistert hat, habe ich natürlich nicht lange gefackelt und mir den zweiten besorgt, der mir ebenfalls, wie erwartet, wieder ein paar sehr angenehm britische Lesestunden verschafft hat. Aber kurz das Gerüst der Geschichte: Flavia trifft im Nebel des dörflichen Friedhofs den berühmten Puppenspieler Rupert Porson und dessen unterschätzte Gehilfin Nialla, deren Wagen mitten in Bishop’s Lacey einer Panne erlegen ist. Vikar Richardson überredet Porson, wo er sich doch schon einmal im Ort befindet – und wie häufig verschlüge es schon eine Berühmtheit seiner Größe in die Gegend – das Puppenspiel Jack und die Bohnenranke im Gemeindehaus aufzuführen.  Porson nimmt das Angebot an, nicht ahnend, dass er Bishop’s Lacey nie mehr verlassen wird.

Nebenschauplatz – und nicht unwesentlich in die Handlung verstrickt – sind die Inglebys, die zurückgezogen auf der Culverhouse Farm leben. Vor einigen Jahren war deren Sohn Robin erhängt im nahegelegenen Wald gefunden worden. Mrs. Ingleby hat den Tod ihres Schützlings nie verwunden und vollführt mittlerweile eigenartige Trauerrituale im Taubenschlag, bei denen Flavia sie zufällig entdeckt. Wer hatte nun ein Motiv, den berühmt berüchtigten Puppenspieler Porson während seiner Vorstellung kaltblütig vor den Augen aller Zuschauer zu ermorden? Diesem Rätsel geht Flavia in der gewohnt nonchalanten und sarkastischen Art, die so herrlich und unterhaltsam ist, gewissenhaft nach. Und wie immer ist sie der Polizei letztlich eine große Hilfe.

Auch hier ist Bradley wieder eine äußerst gut ausgearbeitete Kriminalgeschichte gelungen, die von der ersten bis zur letzten Seite spannend, unterhaltsam und voller Charme und Humor ist. Wer die Machart des ersten Flavia-Romans zu schätzen wusste, der kann mit dem zweiten Teil eigentlich gar nichts falsch machen. Für alle Liebhaber des klassischen Krimigenres ist hier ein Plätzchen geschaffen worden, das mindestens genauso heimelig spannend ist wie die Baker Street in London. Bishop’s Lacey ist die Miniaturausgabe. Und ich werde jederzeit gern dahin zurückkehren. (der dritte Teil liegt schon halb gelesen auf meinem Nachttisch!)

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